Jeder Mensch mit durchschnittlicher Intelligenz und Neigung
zum Metaphysischen, von reinem, selbstlosem Herzen, der Freude hat, Anderen
zu helfen, bereit ist seine eigenen Vergnügungen dem Wohle Anderer
zurück zu stellen, und die Wahrheit, Barmherzigkeit und Weisheit liebt,
ist ein Theosoph.
Er folgt einem Pfad, der zur Erkenntnis führt, duch
die Unterscheidung von gut und böse.
Ein Theosoph bemüht sich reines Herzens zu sein.
Er wird zu einem Energiezentrum, das in dem gleichen Verhältnis wächst,
wie er sich selbst vergisst. Seine Hoffnungen und Befürchtungen, seine
Zuneigungen und Abneigungen, seine Gedanken, Worte und Taten teilt er mit
dem Leben aller Menschen, zu denen er gehört; er fühlt, denkt,
mit ihnen; er trägt ihre Bürde und ihre Sünden. Denn er
weiss, dass er in Wirklichkeit seine eigene Erlösung nur dann erreicht,
wenn er sich selbst für das Wohl aller Menschen einsetzt.
Ein Theosoph soll die höchsten moralischen Ideale
ausüben, soll danach streben, seine Einheit mit der ganzen Menschheit
zu begreifen und unaufhörlich für Andere arbeiten. Die eigene
Bequemlichkeit zurückstellen, und für Andere arbeiten, wenn diese
nicht für sich selbst arbeiten können.
Die Pflicht erfüllen, besonders gegenüber denen,
die das Gesetz vorsieht. Durch das Höhere Selbst die niedere Natur
kontrollieren und überwinden; sich innerlich und moralisch reinigen;
niemand und nichts fürchten ausser seiner eigenen Inneren Stimme;
niemals etwas halb tun; wenn er es für richtig hält, dann offen
und tapfer tun, wenn er es aber für nicht richtig hält, es dann
nicht tun.
Es gibt einen Pfad, steil und dornig, mit Gefahren aller
Art, aber immerhin ein Weg. Und dieser Pfad führt zum Herzen des Universums.
Ich kann euch sagen, wie man jene findet, die euch den geheimen Zugang
zu diesem Pfad zeigen, der nach innen führt, und wie man sich Anderen
anschliesst.
Es gibt keine Gefahr, die nicht besiegt werden kann,
keine Prüfung, die nicht bestanden werden kann, keine Flecken, die
nicht gereinigt werden können, keine Schwierigkeit, die ein scharfer
Verstand nicht überwinden kann. Für diejenigen, denen es gelingt,
sich so zu verhalten, gibt es eine über alle Worte erhabene Belohnung:
die Freude, zum Segen und Dienste aller Wesen zu leben. Diejenigen, die
versagen, werden vielleicht später Erfolg haben.
Wer keine Barmherzigkeit ausübt, wer nicht bereit ist, seinen letzten Bissen mit dem Schwächeren oder Ärmeren, zu teilen, wer es unterlässt, seinem Mitbruder welcher Rasse, Nation, welchen Glauben er auch haben mag, zu helfen, wann und wo immer er auf Leiden Anderer stösst, wer dem Schrei des Elends gegenüber taub bleibt - der ist kein Theosoph.
Die erste Aufgabe, welche die Theosophie lehrt, ist, dass
wir alle unserer Pflichten erfüllen und sich durch nichts abhalten
zu lassen.