Wenn die Seele sich in Devachan ausgelebt hat und, so viel sie vermochte, von dem Material, das sie in ihrem letzten Erdenleben gesammelt, assimiliert, wird sie wieder durch ihre
Wünsche, die zu materiellem Dasein drängen, zur Erde zurückgezogen. Die letzte Station ihrer Lebensperiode, die wieder durch die Pforte der Geburt führt, steht ihr nun bevor, sie muss wieder zu neuer Erfahrung ins irdische Leben tauchen.
Die Seele schreitet über die Schwelle des Devachan zur Wiederverkörperung, ausgerüstet mit dem, was sie im devachanischen Leben errungen hat, sei es viel, sei es wenig. Ist sie noch eine junge Seele, wird sie nur wenig erreicht haben. Der Fortschritt in den ersten Stadien der Seelenentwicklung geht so langsam voran, wie die meisten Schüler es sich gar nicht vorstellen können, und während der Kindheit der Seele folgt in ermüdender Aufeinanderfolge ein Lebenstag dem ändern; jedes Leben streut nur geringe Saat, jedes Devachan reift nur wenig Frucht. Sobald die Fähigkeiten sich entwickeln, wird das Wachstum in stetig zu nehmendem Verhältnis beschleunigt, und die Seele, die mit vielem Material ins Devachan gelangt, kehrt aus ihm mit einem grossen Zuwachs von Fähigkeiten zurück, die unter den vorher angegebenen allgemeinen Gesetzen sich aus bildeten. Die Seele kommt aus dem Devachan heraus, nur angetan mit dem Körper, der nicht vergeht, ja der während des ganzen Manwantara wächst, und umgeben von ihrer individuellen Aura, die, mehr oder weniger strahlend, vielfarbig leuchtend, bestimmt und umfangreich ist, je nach dem Entwicklungsstadium, das die Seele erreicht hat. Sie ist im himmlischen Feuer geschmiedet und kommt hervor als König Soma. 1)
Auf ihrer Wanderung erdwärts durch die Astralebene umhüllt sie sich wieder mit einem neuen Begierdenleib, die erste Folge der Wirksamkeit ihres vergangenen Karma. Die während der Vergangenheit entstandenen Gedankenbilder "aus "Material, das die Begierdennatur geliefert hat, und die in dem Bewusstsein latent geworden waren, oder -- wie H. P. Blavatsky sich ausdrückte -- Stoff entrückt (privations of matter), daseinsfähig, doch zurzeit nicht materiell im Dasein befindlich", diese Gedankenbilder treten nun aus der Seele heraus und ziehen unmittelbar aus der Materie der Astralebene die ihrer Natur entsprechenden kamischen Elemente heran; sie werden zu Empfindungen seines (des Egos) Begierdenkörpers in der neuen Verkörperung. 2). Wenn das geschehen ist, was manchmal sehr schnell vor sich geht, manchmal lange Zeit in Anspruch nimmt -- steht das Ego in dem karmischen Gewände, das es sich selber geschaffen, bereit "weiterbekleidet" zu werden, aus der Hand der Vermittler, der grossen Vollstrecker des Karma, den ätherischen Doppelkörper. 3) zu empfangen, der ihm durch die Elemente, die er sich selber gewählt, gebaut und nach welchem sein physischer Körper geformt wird, das Haus, das er während seines kommenden physischen Lebens bewohnen muss. Das individuelle und das persönliche "Ich" werden somit unmittelbar, sozusagen selbstgestaltet -- es wurde, was es dachte; seine Eigenschaften, seine "natürliche Begabung" gehören zu ihm als direkte Folgen seines Denkens; der Mensch ist in Wirklichkeit selbstgeschaffen, "verantwortlich im vollsten Sinne des Wortes für alles, was er ist. --
Doch besitzt der Mensch einen physischen und einen ätherischen Körper, die beide der Ausgestaltung seiner Fähigkeiten beträchtliche Schranken setzen; er hat in gewisser Umgebung zu leben, die seine äusseren Lebensverhältnisse bedingt; er hat einen Pfad zu betreten, der ihm durch die selbst ins Leben gerufenen Ursachen vorgezeichnet ist; andere Ursachen finden ihren Ausdruck in seinen Fähigkeiten; freudige und betrübte Ereignisse werden ihm zustossen, die den Kräften, die er geschaffen, entspringen. Hierzu scheint eine höhere als seine individuelle und persönliche Natur erforderlich zu sein. Wie kann das Feld für seine Kräfte bereitet werden? Wie sind die geeigneten Werkzeuge und die rückwirkenden Umstände zu finden und zusammen zu passen?
Wir nähern uns einer Region, von der nicht gar viel gesagt werden kann; einer Region der mächtigen geistigen Intelligenzen, deren Natur zu begreifen, weit über den Gesichtskreis unserer sehr begrenzten Fähigkeiten hinausgeht. deren Dasein erkannt und deren Wirken verfolgt werden kann, doch denen wir gegenüber stehen, wie uns selbst das niedrigst entwickelte Tier gegenübersteht, das wissen mag, dass wir existieren, doch keinen Begriff von dem Gesichtskreis und der Tätigkeit unseres Bewusstseins hat. Diese erhabenen Grossen sind die schon erwähnten Lipika und die vier Maharadjahs. Wie wenig wir von den Lipikas wissen können, mag folgendes beweisen:
"Die Lipika, von welchen im 6ten Kommentar zur IVten Stanze des Buches Dzyan eine Beschreibung gegeben ist, sind geistige Kräfte (spirits) des Universums..... sie gehören dem okkultesten Teil der Kosmogonie an, der hier nicht näher ausgeführt werden kann. Ob die Adepten -- selbst die Höchsten -- diese Engelhierarchie in ganzer Vollständigkeit ihrer drei Grade kennen, oder nur den einen niedrigsten, der mit dem Buch des Lebens (records of our worid) in Beziehung steht, vermag die Verfasserin nicht zu sagen, doch möchte sie zur letzten Voraussetzung hinneigen. Von ihrem höchsten Grade wird nur eins gelehrt, die Lipika stehen mit Karma im Zusammenhang -- sind seine direkten Bevollmächtigten." 1)
Sie sind die "zweiten Sieben" und bewahren die Astralurkunden, die mit den oben erwähnten Akashabilder erfüllt sind. 2)
Sie sind beteiligt "bei dem Schicksal jedes einzelnen Menschen und bei der Geburt jedes Kindes". 3). Sie liefern das Modell des Linga Sharira des ätherischen Doppelkörpers, 4) der dann als Typus für den physischen Körper zu dienen hat und der geeignet ist, den Geistes- und Gemütsanlagen Ausdruck zu geben, die das Ich, das ihn bewohnt, entwickelt hat; sie geben ihn den "Vieren" -- den Maharadjahs, welche "die Beschützer der Menschheit und gleichfalls die Vermittler des Karma auf Erden sind". 5)
Von diesen schreibt H. P. Blavatsky weiter unter Anführung der 5ten Stanze des Buches Dzyan: "Vier "beschwingte Räder" an jeder Ecke..... für die ,vier Heiligen und ihre Herrn'. Dieses sind ,die vier Maharadjahs' oder grossen Könige der Dhyan Chohans, die Götter (Devas), die über jeden der vier Hauptpunkte herrschen.... diese Wesen sind gleichfalls am Karma beteiligt, das physische und materielle Vermittler braucht, um seine Gebote zu vollstrecken." 1)
Wenn die Seele das Modell -- wiederum das "Stoff entrücktsein" (privation of matter) -- von den Lipikas empfängt, wählen die Maharadiahs zur Bildung des ätherischen Körpers die Elemente, welche den Eigenschaften entsprachen, die durch sie zum Ausdruck gelangen sollen; und dieser ätherische Körper wird somit das geeignete karmische Werkzeug für das Ich, gibt ihm die Basis, auf welcher seine entwickelten Fähigkeiten sich äussern können, und stellt ihm gleichzeitig die Grenzen, die es durch sein eigenes Fehlen und ungenutzt gelassene Gelegenheiten in seiner Vergangenheit selber aufgebaut hat. Dieses Modell wird von den Maharadiahs zu dem Lande, der Rasse, der Familie und in die soziale Umgebung hingeführt, welche das passendste Feld für die Tätigkeit des Karma liefern, das in der in Frage kommenden besonderen Lebensspanne sich auszuwirken hat, und das die Indier Prârabdha oder beginnendes Karma nennen; d. h. das, was in der beginnenden Lebensperiode durchlebt werden muss ("fällig ist"). Nicht in einem Leben kann das angesammelte Karma der Vergangenheit ausgewirkt werden -- weder das Werkzeug könnte geschaffen, noch die Umgebung könnte gefunden werden, welche geeignet wären, alle die langsam entwickelten Fähigkeiten des Ich zum Ausdruck zu bringen, noch böten sie alle die erforderlichen Gelegenheiten, alle Früchte reifen zu lassen, alle die Verpflichtungen abzutragen, die es gegen andere auf sich geladen, mit welchen die inkarnierte Seele im Laufe ihrer langen Entwicklung in Berührung gekommen ist. Der ätherische Körper wird genau so gestaltet, dass er so viel wie möglich vom Karma in einer Lebensperiode auszugleichen imstande ist, und das Modell desselben wird einem geeigneten Felde zugeführt, wo das Ego in Beziehung mit einigen von solchen schon verkörperten oder während seines Lebens noch sich inkarnierenden Egos tritt, mit denen es schon in seinen früheren Lebensläufen Beziehungen gehabt hat. Das Ego wird in einem Lande geboren, in dem die religiösen, politischen und sozialen Zustände ihm die Gelegenheit geben, einige der Fähigkeiten, die es errungen hat, zu betätigen, und einige der Wirkungen ausleben zu lassen, zu denen es die Ursachen geschaffen hatte. Eine Rasse wird gewählt -- natürlich nach weiteren Gesetzen, die auf die Wiederverkörperung in Rassen einwirken, auf welche wir hier nicht eingehen können -- in welcher einige der charakteristischen Eigenschaften vertreten sind, die bei dem Ego zur Betätigung reif sind, welche nun der eintretenden Seele als Vorbild dienen. Eine Familie wird gefunden, in welcher die physische Vererbung die Art des physischen Materials entwickelt hat, die in den ätherischen Körper hinein geformt, sich seiner Eigenart anpassen wird; eine Familie, in welcher die allgemeine und besondere physische Organisation ihm Spielraum für seine Geistes- und Gemütsanlagen gewährt. Aus den mannigfachen Eigenschaften der Seele und den vielen physischen Familientypen, die in der Welt vorhanden sind, kann das Zusammenpassende herausgewählt werden, um ein geeignetes Haus für das wartende Ego zu bauen, ein Werkzeug und ein Feld, auf welchem es einen Teil seines Karma auswirken kann. So unermesslich für unsern begrenzten Blick die Erkenntnis und die Kraft, welche solche passende Einführung erfordert, sein mag, können wir doch, wenn auch nur schwach, erkennen, dass die Einführung bewerkstelligt und vollkommene Gerechtigkeit geübt werden kann. Das Schicksalsgewebe des Menschen mag in der Tat aus für uns unzählbaren Fäden bestehen, die in ein für uns unentwirrbares Muster eingewebt werden müssen; ein Faden mag verschwinden -- er ist nur auf die andere Seite durchgewebt, um bald wieder sichtbar zu werden; ein anderer Faden mag plötzlich vortreten -- er war längere Zeit im Untergewebe verschlungen. Da wir nur einen Teil des Gewebes sehen, muss das Entstehen des Musters unserm kurzsichtigen Blick unerklärlich erscheinen. Doch wie der weise Jamblichus sagt: "Was unsern Begriffen als zutreffende Gerechtigkeit gilt, erscheint nicht so den Göttern. Denn wir sehen nur, was uns nahe liegt, richten unsern Blick auf die Gegenwart, das augenblickliche Leben und die Art seines Bestehens, aber die Mächte, die darüber stehen, kennen das ganze Leben und die Seele und alle ihre früheren Leben."1)
Diese Versicherung, dass vollkommene Gerechtigkeit die Welt regiert, wird bei zunehmender Erkenntnis von der sich entwickelnden Seele bestätigt, denn wie sie fortschreitet und anfängt, auf höheren Ebenen schauen zu können, erkennt sie mit immer wachsender Gewissheit, und daher mit immer zunehmender Freude, dass das "Gute Gesetz" mit ganz unermüdlicher Sorgfalt waltet, dass seine Vollstrecker es überall mit nie irrender Einsicht, mit unfehlbarer Kraft anwenden, und dass die Welt und ihre strauchelnden Seelen, sozusagen, in guten Händen ruhen. Von den Seelenwächtern, die die Leuchte der göttlichen Weisheit durch finstere Wege der Menschheitsstätten tragen, tönt rings durch die Finsternis der Ruf: "Alles ist gut." --
Einige Prinzipien, nach denen das Gesetz sich vollzieht, erkennen wir, und diese Kenntnis ermöglicht uns, einige Wirkungen zu verstehen und ihren Ursachen nachzuspüren.
Wir haben gesehen, dass Gedanken den Charakter bilden nun wollen wir zu verstehen suchen, wie Handlungen die Umgebungen schaffen. Wir haben es hier mit einem allgemeinen Gesetz von weitreichender Wirkung zu tun; und es wird zweckmässig sein, es in seinen Einzelheiten durchzunehmen.
Durch Handlungen wirkt der Mensch auf seine Mit. menschen auf der physischen Ebene; er verbreitet Glück um sich, oder verursacht Pein, vermehrt oder vermindert dadurch menschliche Wohlfahrt. Diese Zunahme oder Abnahme von Glück kann verschiedene Veranlassung haben -- gute, schlechte oder gemischte. Ein Mensch tut etwas, das weithin grosse Freude verursacht, aus reinem Wohlgefallen, aus dem Verlangen, seine Mitmenschen glücklich zu machen; nehmen wir an, dass er aus solchem Grunde einer Stadt zur freien Benutzung seiner Einwohner einen Park schenkt. Ein Anderer tut dasselbe aus reiner Prahlerei mit dem Wunsche, die Aufmerksamkeit von solchen, die öffentliche Ehren verleihen können auf sich zu lenken, sagen wir, um einen Titel zu erlangen. Ein Dritter gibt den Park aus gemischten Gründen, halb selbstlos, halb selbstsüchtig. Diese Motive werden verschieden bei der nächsten Verkörperung auf den Charakter dieser drei Menschen einwirken, veredelnd, erniedrigend und geringe Resultate erzielend. Aber die Wirkung dieser Handlung, die einer grossen Menge Menschen grosse Freude verschafft, hängt nicht von den Motiven des Gebers ab; man geniesst die Annehmlichkeiten des Parkes, gleichgültig was zu dieser Gabe Veranlassung gegeben hat; und diese, durch die Handlung des Gebers verursachte Freude begründet für ihn einen karmischen Anspruch an die Natur, einen Schuldtitel, der gewissenhaft eingelöst werden wird. Ihm wird eine physisch angenehme oder luxuriöse Umgebung werden falls er eine weitreichende physische Freude um sich verbreitet hat, und die Aufopferung seines physischen Reichtums wird ihm eine gebührende Belohnung zuteil werden lassen, die karmische Frucht seiner Handlung. Dies ist sein Recht; doch der Gebrauch, den er von seiner Stellung macht, die Befriedigung die ihm sein Reichtum und seine Umgebung gewährt, wird hauptsächlich von seinem Charakter abhängen, und auch hier wird ihm der gerechte Lohn zufallen; jede Saat trägt ihre eigene Frucht.
Die in einem Leben bei jeder sich darbietenden Gelegenheit erwiesene Hilfsbereitschaft hat im ändern Leben vermehrte Gelegenheit zur, Hilfeleistung zur Folge; jemand, der nur in einem beschränkten Kreise jedem half, dem er helfen konnte, wird in einem zukünftigen Leben sich in einer Lage befinden, wo sich ihm ein Feld zu vielen und weitestreichenden Hilfeleistungen eröffnet.
So verwandeln sich andererseits unausgenützte Gelegenheiten in Beschränkung des Werkzeuges und in unglückliche Lebensumstände. Zum Beispiel ist das Gehirn des ätherischen Doppelkörpers mangelhaft, wird es auch nur ein mangelhaftes physisches Gehirn gestalten; plant das Ego etwas, so wird es ihm an Geschicklichkeit zur Ausführung fehlen, oder will es einen Gedanken fassen, wird es unfähig sein, ihn seinem Gehirn bestimmt einzuprägen. Die versäumten Gelegenheiten haben sich in fruchtloses Verlangen gekehrt, in Wünsche, welche vergeblich Ausdruck suchen, in Sehnen zu Helfen, das durch mangelnde Möglichkeit, entweder wegen zu schwacher Fähigkeit, oder fehlender Gelegenheit es auszuführen, vereitelt wird.
Dieses selbe Prinzip tritt auch in Wirksamkeit, wenn ein innig geliebtes Kind, oder ein heranwachsender Sohn der zärtlichen Sorgfalt, die ihn vergötterte, entrissen wird. Wenn ein Ego unfreundlich oder rücksichtslos gegen jemand ist, dem er Zuneigung und Schutz, oder irgend welche Hilfe zu leisten schuldig ist, wird es sich nur zu wahrscheinlich in innige Beziehung zu diesem Vernachlässigten hineingeboren finden und sich vielleicht zärtlich zu ihm hingezogen fühlen, und nur zu bald wird dieser durch frühen Tod aus seinen ihn liebevoll umschlingenden Armen entrissen werden; der arme verachtete Verwandte mag als der vielverehrte Erbe, der einzige Sohn wieder erscheinen, und wenn' das Schicksal ihn den Eltern entreisst und ihr Haus verödet ist, wundern sie sich über die "ungleichen Wege der Vorsehung", die ihnen ihren Einzigen raubt, auf den sie alle Hoffnungen setzten, und die vielen Kinder ihrer Nachbarn unberührt lässt. Und doch sind die Wege, des Karma gleich für alle, wenn dies auch erst später einzusehen ist, ausser von denen, deren Augen geöffnet sind.
Angeborene Fehler kommen aus einem fehlerhaften, ätherischen Doppelkörper und sind lebenslängliche Strafen für ernste Vergehen gegen das Gesetz, oder für Beleidigungen, die man ändern zugefügt. Alle diese werden durch "die Herren des Karma" veranlasst, und sind die physische Darstellung der Abnormitäten des von ihnen gestalteten Ätherkörpers, die Folgen der Verirrungen, der Ausschweifungen, der Gebrechen des Ego. Gleichfalls ist das Vorkommen von Familienkrankheiten, die durch entsprechende Gestaltung des ätherischen Doppelkörpers verursacht werden, die Folge der gerechten Ausübung des Gesetzes; die Herren des Karma dirigieren das Ego zu einer Familie, in welcher gewisse Krankheiten erblich sind, und welche das durchgehende Protoplasma hervorbringt, die der Entwicklung der besonderen Keime dienen.
Die Entwicklung von künstlerischen Fähigkeiten -- um einen andern Typus von Eigenschaften zu wählen -- wird durch die Herren des Karma dadurch gefördert, dass ein Modell des ätherischen Körpers gewählt wird, nach dem ein feines physisches Nervensystem gestaltet werden kann, und ferner häufig dadurch, dass sie das Ego in eine Familie leiten, deren Mitglieder dieselbe Befähigung, manchmal mehrere Generationen hindurch, besitzen, die das Ego speziell in sich entwickelt hat. Zum Beispiel ist, um musikalische Befähigung zu entwickeln, ein besonders feiner physischer Körper nötig, ein feines physisches Ohr und feines physisches Unterscheidungsvermögen, und zu solcher Feinheit würde eine besondere physische Vererbung förderlich sein.
Das Wirken zum Wohle der Menschheit durch gute Bücher oder Reden, die schriftliche oder mündliche Verbreitung von erzieherischen Ideen gibt wieder einen Anspruch an das Gesetz, der gewissenhaft durch seine mächtigen Vollstrecker eingelöst wird. Solches Helfen kehrt als Hilfe zurück zum Geber, als ihm erwiesener geistiger Beistand, der ihm rechtmässig gebührt.
So können wir die breite Grundlage erfassen, auf der das karmische Wirken stattfindet, den Anteil erkennen, den die Herren des Karma wie das Ego selber an seiner Schicksalsbereitung hat. Das Ego gibt das Material, doch das Material wird seiner Natur gemäss von den Herren des Karma und von dem Ego verwendet. Das letztere baut den Charakter und entwickelt sich allmählich; die ersteren bilden das Modell, das Schranken setzt; wählen die Umgebung, der sich das Ego anzupassen hat, und führen dieses dort ein, damit das gute Gesetz seinen nie irrenden Ausdruck findet, ungeachtet des widerstrebenden Willens des Menschen.