Dies ist ein Umriß des großen Gesetzes des Karma und seiner Wirksamkeit, durch dessen Erkenntnis der Mensch seine Entwicklung beschleunigen, durch dessen Anwendung er sich seiner Fesseln entledigen, und lange bevor seine Rasse ihren Lauf vollendet hat, einer der Helfer und Erlöser der Welt werden kann. Eine tiefe und feste Überzeugung von der Wahrheit dieser Gesetze verleiht dem Leben unerschütterlichen Frieden und vollständige Furchtlosigkeit nichts kann uns treffen, das wir nicht verschuldet, und nichts uns verletzen, das wir nicht verdient. Und da jede Saat, die wir gestreut, zur rechten Zeit heranreift und geerntet wird, so ist es töricht, zu klagen, falls die Ernte Leiden bringt. Da man sich solcher Folgen nicht entziehen kann, so mögen diese lieber jetzt als in der Zukunft kommen, denn was einmal durchgemacht ist, braucht nicht noch einmal ertragen zu werden. Leidvolles Karma sollte daher mit freudigem Herzen ertragen werden, als etwas, das abgemacht zu haben, man nur froh sein sollte; es ist angenehmer, es hinter sich zu haben, als noch vor sich; jede abgetragene Schuld macht uns nur schuldenfreier. Wenn die Welt doch dieses wüßte und die Kraft fühlte, die in diesem Gesetze ruht! Unglücklicherweise ist dies den Meisten in der westlichen Welt nur ein leerer Wahn; und selbst unter den Theosophen ist der Glaube an das Karma mehr eine intellektuelle Zustimmung, als eine lebendige, fruchtvolle Überzeugung, in deren Licht das Leben geführt würde. Die Stärke eines Glaubens wird am besten an dem Einfluß ermessen, den er auf die Lebensführung ausübt, und der Glaube an das Karma sollte unser Leben rein, stark, ernst und froh machen. Nur unser eigenes Tun kann uns hindern, nur unser eigener Wille kann uns fesseln. Wenn die Menschen diese Wahrheit erst erkennen, dann hat auch die Stunde ihrer Befreiung geschlagen. Die Natur kann keine Seele binden, die durch Weisheit, Macht errungen hat, und beide anwendet in Liebe.