Liebe Freunde,
Ich habe mich bei diesem Thema unter anderem an Quellen und Zitate aus der theosophischen Literatur gehalten.
Der Mensch wird immer mehr physisch und seelisch durch negative Erscheinungen beeinträchtigt und fragt sich ob es Möglichkeiten zur Wandlung und Rettung gibt. Er braucht inneren Halt und Geborgenheit. Sofern er dies in den verschiedenen bestehenden Konfessionen nicht findet, kann er in die Fänge falscher Meister geraten.
Die Menschen wissen oft nicht welche Gefahren auf dem Weg zu geistigem Wachstum lauern und kennen nicht die notwendigen Voraussetzungen, um diesen Gefahren zu entgehen.
Für manche bedeutet der falsche Weg nur ein kleiner Umweg, auf dem sie Erfahrungen machen müssen und von dem sie sich nach gewisser Zeit abwenden dank ihrer inneren Einstellung, einer gesunden Kritik und einem Insichhorchen, was sie vor einer geistigen Abhängigkeit und Hörigkeit falschen Meistern gegenüber schützt.
Andererseits gibt es genügend Beweise über schlimme Folgen, die durch diese Abhängigkeit und kritiklose Hörigkeit entstanden sind (z .B.Geistesstörungen, Selbstmorde usw.).
In meinem Vortrag soll es in erster Linie darum gehen, Erkenntnisse zu gewinnen, die davor schützen, einen Weg zu gehen, der letzten Endes nicht dem wirklichen Sinn des Lebens gerecht wird. In der Schule des Lebens soll der Mensch sich geistig höher entwickeln, um dadurch zur Menschenliebe und zur Verantwortung dem Mitmenschen und der ganzen Schöpfung gegenüber zu gelangen, was nicht durch Abhängigkeit, kritiklose Hörigkeit und blinden Glauben möglich ist.
Zuerst einige Erläuterungen zum Begriff "Meister."
Im Theosophischen Wörterbuch von Purucker heißt
es unter anderem:
"Ein Meister ist jemand, der im Gegensatz zu den gewöhnlichen
Menschen seine höheren Prinzipien entwickelt hat und in ihnen lebt.
Das ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aus alles, was dazu zu sagen
wäre. Vom philosophischen Standpunkt aus können wir sagen, daß
ein Meister, so weit er kann, mehr eins mit dem Universalen Leben geworden
ist; und vom religiösen oder vom spirituellen Standpunkt aus, daß
er ein individuelles Bewußtsein oder eine individuelle Erkenntnis
von seiner Einheit mit dem Grenzenlosen entwickelt hat. Theosophen nennen
diese großen Meister Mahâtmas (siehe dort)."
Von besonderer Wichtigkeit ist es, den Unterschied zwischen Okkultismus und Pseudo-Okkultismus, zwischen weißer und schwarzer Magie, klar zu erkennen. Das Wort Okkultismus wird leider gerade in letzter Zeit in Literatur und Medien mißbraucht. Man verwendet das Wort Okkultismus für übernatürliche Phänomene und schwarzmagische Praktiken, die nichts mit Okkultismus, sondern mit Pseudo-Okkultismus zu tun haben.
Der Begriff Okkultismus wird im "Theosophischen Wörterbuch
von Purucker u.a. wie folgt erklärt:
"Okkultismus", so wie in der Theosophie der Ausdruck
gebraucht wird und wie er auch gebraucht werden sollte, bedeutet das Studium
der verborgenen Dinge des Seins, die Wissenschaft vom Leben oder der universalen
Natur. In einem bestimmten Sinne kann das Wort auch für das Studium
ungewöhnlicher "Phänomene" (Erscheinungen) gebraucht werden,
eine Bedeutung, die es heute gewöhnlich bei Leuten hat, die nicht
an das weit größere Feld von Ursachen denken, die der "Okkultismus"
im eigentlichen Sinne erforscht. Zweifellos haben bloße psychische
"Phänomene" ihren Platz im Studium, aber sie liegen sozusagen an der
äußeren Grenze und bilden die Oberfläche des Okkultismus.
Das Studium des Okkultismus bedeutet ein tiefes Eindringen in die ursächlichen
Geheimnisse des Seins."
H.P. Blavatsky sagt unter anderen: "Das Wort "Okkultismus" läßt sich seinem Wesen nach auch durch den Ausdruck "esoterische Philosophie" ersetzen , wobei allerdings etwas mehr die okkulten oder verborgenen Gebiete der esoterischen Philosophie betont werden. Wahrer Okkultismus umfaßt nicht nur die psychischen, physiologischen, psychologischen und spirituellen Teile der menschlichen Natur, sondern erstreckt sich in gleichem, ja vielleicht in noch höherem Maße auf das Studium des Aufbaues und der Tätigkeit sowie des Ursprungs und der Bestimmung des Kosmos."
Der Meister K.H. schreibt: "Zu allen Zeiten ist in der ganzen Welt noch immer jeder, der sich mit okkulten Forschungen abgibt von seinem Lehrer gewarnt worden, dem Hange nachzugeben, Phänomene zu erzeugen. Wie das Verlangen nach Opium wächst, wenn es befriedigt wird, so auch dieser Hang. Die Spiritisten sind trunken davon. Wer diese Sucht nicht überwindet, wird niemals unsere Philosophie verstehen lernen. Wer sich aber mit der Erlangung der Erkenntnis der Weisheit begnügt, dem wird alles andere zur rechten Zeit von selbst zufallen. Das ist eine tiefe Wahrheit."
Der Pseudo-Okkultismus beinhaltet keine höhere Lebenseinstellung; er ist rein materialistisch und entspringt der Selbstsucht und dem Selbstwahn des Menschen. Während der wahre Okkultismus das reinste religiöse Leben darstellt, ist der Pseudo-Okkultismus ohne jede Religion und Sittlichkeit. Er bedeutet eine Überschätzung der psychischen Phänomene und stellt in seiner mannigfachen Art die Auswüchse dar, die sich als Folge des okkulten Strebens bei solchen ergeben, die mit unreinem Herzen den okkulten Pfad betreten. Während die naturgemäße okkulte Entwicklung eine fortlaufende Vergeistigung und Verinnerlichung des ganzen Menschenwesens bedingt, handelt es sich bei der pseudookkulten Entwicklung um eine Verfeinerung der Selbstsucht.
Meist treiben Ehrgeiz, Eitelkeit und Machtgier den Pseudo-Okkultisten dazu, sich die in seiner Natur liegenden psychischen Kräfte untertan zu machen, und so wird er durch seinen unstillbaren Egoismus zu einer Geißel der Menschheit. Doch sind sich viele Pseudo-Okkultisten der Gefährlichkeit ihres Tuns nicht bewußt; sie handeln aus Nicht-Erkenntnis.
Soweit zu den Begriffen Okkultismus und Pseudo-Okkultismus. Nun will ich die wesentlichen Merkmale echter und falscher Meister erwähnen.
K.O. Schmidt schreibt in einem Aufsatz über dieses
Thema folgendes :
"Alle wahrhaft Vollendeten, die großen Religionsstifter
und Meister der Menschheit wurden das, was sie für alle Zeiten sind,
aus sich selbst: durch die entfesselte Kraft ihres erwachten Selbst, das
mit dem göttlichen Allselbst eins ist. Sie fanden ohne fremde Hilfe
zum Inneren Licht und zum kosmischen Bewußtsein.
Auf dem Wege dorthin nahmen sie, wie Buddha, lernwillig
fremde Lehren auf. Aber im entscheidenden Augenblick gingen sie den ihrem
innersten Wesen gemäßen eigenen Weg, nicht den ihres Lehrers.
Ein weiteres Merkmal dieser Vollendeten besteht darin,
daß sie ihre Erkenntnisse selbstlos weitergeben,
Fragende willig belehren,
jede Vergötzung ablehnen,
weder Anhänger suchen,
noch auf Schülerjagd gehen.
Und wenn sich Jünger oder Schüler einstellten,
stellten sie diese so rasch wie möglich auf ihre eigenen Füße
und lehrten sie , sich selbst zu helfen, zu gleicher Erkenntnis wie sie
zu gelangen und womöglich "Größeres zu vollbringen als
sie selbst" , wie es in einem Jesu-Wort heißt.
Im Gegensatz zu ihnen gab und gibt es heute mehr denn je Lehrer , die begierig Schüler suchen, um von diesen als "Meister" verehrt oder als "Gott" angebetet zu werden. Sie bilden Sekten, deren Glieder sie statt zu selbständigem Gehen des eigenen Weges zu Anhängerschaft, Nachbeterschaft, geistiger Abhängigkeit und psychischer Sklaverei führen. Wo selbständige Naturen in ihre Fänge geraten und sich nicht rechtzeitig von ihnen lösen, laufen diese Gefahr, am inneren Widerspruch und Widerstand zu zerbrechen und der Schizophrenie zum Opfer zu fallen.... . .
Um zu verbergen, daß sie in Wirklichkeit nichts Neues zu vermitteln haben, erfinden sie abstruse Sonderformen der Meditation, die sie mit als "unentbehrlich" deklarierten Mantren, Körperhaltungen und Zeremonien verquicken, um so den Eindruck des Neuartig-Geheimnisvollen und Einmaligen zu erwecken- " . . . .
K.O.Schmidt sagt weiter. "Wie im geistig-religiösen Bereich muß man auch in dem der Lebensphilosophie und Lebenskunst zwischen den originalen psychodynamischen Lehren und Methoden einerseits und den sekundären "Erfolgssystemen" bloßer Nutznießer dieser Lehren unterscheiden.
Die missionierenden Pseudo-Yogis, -Swamis, -Maharishis und -Gurus bieten praktisch nur unzulängliche Kopien der originalen Yoga- und Vedanta-Lehren, über die man sich für wenig Geld unmittelbar aus dem einschlägigen Schrifttum informieren kann, z.B. aus dem ursprünglichen Yoga-Katechismus des Patanjali oder aus den Schriften des Vedanta-Lehrers Vivekananda.
Dort findet der Wahrheitssucher Besseres, als ihm die Pseudo-Swamis usw. geben können. Dies auch deshalb, weil sie niemanden die eigentliche Arbeit an sich selbst und das Finden und Gehen des eigenen Weges zur Vollendung ersparen können.
Zum Glück gibt es neben den hier erwähnten Typen echte Lehrer des Vedanta und des Yoga, mit denen zu befassen und von denen zu lernen sich lohnt. Sie zeichnen sich zumeist durch Zurückgezogenheit. Selbstlosigkeit und durch die Ursprünglichkeit ihrer Erkenntnisse und Schriften aus, die den Lesern keine "Herrschaft über das Universum" und dergl. Utopien versprechen, sondern Mühe und Arbeit der Leser an sich selbst fordern als unentbehrliche Mittel zu wirklicher Selbstfindung, Selbstverwirklichung und Lebensmeisterung. "
In der Zeitschrift "Der Theosophische Pfad" ist unter dem Thema "Wie kann man echte Lehrer (Meister) erkennen? Oder sie vom gewöhnlich Intellektuellen oder vom Betrüger unterscheiden? u.a. erwähnt:
1) Indem man ihre Lehren vergleicht. Sie bringen alle dieselbe Botschaft von spirituell dauerndem Wert.
2) Sie verlangen kein Geld
3) Sie lehren nicht, wie man reich wird oder gute Gesundheit
erlangt oder
4) wie man die Geheimnisse der Natur gewinnträchtig
einsetzt, wie z.B. gedankenlesen, Hypnotismus usw..
5) Ein wahrer Lehrer lehrt Bruderschaft, höchstes moralisches Verhalten und Ethik.
6) Er lehrt den Menschen, sich selbst zu erkennen.
7) Jeder wahre Lehrer lehrte die innere Göttlichkeit,
lehrte, daß man "sein Leben aufgeben müsse", lehrte, sich selbst
zu erforschen, Disziplin und sich selbst zu besiegen.
Erhard Bäzner erwähnt in seinem Aufsatz "Sollen
wir an Meister glauben? " u.a.:
"Meister sind keine Autoritäten, deren Meinungen
und Lehren man allgemeinverbindlich dogmatisieren könnte. Autoritätswahn
und Verhimmelungen sind der freien Entfaltung geistigen Lebens nur hinderlich.
Es ist wichtig, daß jeder Mensch seinen Meister in sich selbst
findet. Nur dadurch, daß in mir das Bewußtsein höherer
Lebensbereiche erwacht, werde ich fähig, die Gegenwart geahnter höherer
Wesen zu erkennen und zu würdigen."
Fährmann sagt: "Die Tätigkeit und Hilfe der Meister ist nicht notwendigerweise an persönliche Beziehungen gebunden. Im Gegenteil, der weitaus größte Teil ihrer Tätigkeit bezieht sich auf die Menschheit als Ganzes... Nur in verhältnismäßig wenigen Fällen treten die Meister in persönliche Beziehungen zu einzelnen Menschen."
Bei ihrer Hilfstätigkeit sind allerdings den Meistern auch Schranken gesetzt durch das Karmagesetz; sie dürfen nicht direkt in die Geschicke von Menschen und Völkern eingreifen, wenn sie erkennen, daß das Karma der Betroffenen, denen sie an sich helfen könnten, dies nicht zuläßt. Kein Meister wird jemals gegen das Karmagesetz verstoßen, ist doch jeder Meister ein bewußter Diener des Karma-Gesetzes. Er wird immer erst das Karma derjenigen untersuchen in deren Geschicke er eingreifen möchte, um zu sehen, ob das Gesetz es erlaubt."
In dem Buch "Der theosophische Pfad oder der Weg zur Verwirklichung
des Christus in uns" von Fährmann wird die Frage:
"Wie kann ein ernsthaft Strebender mit den Meistern in
"Verbindung kommen, wenn er von ihnen Hilfe und Rat haben möchte?"
wie folgt beantwortet:
"Dazu bedarf es keiner persönlichen Verbindung und
Fühlungnahme.
Alle Meister sind für jeden aufrichtig Strebenden
erreichbar, wenn nicht körperlich, so doch geistig. ......Die Meister
erkennen von ihrer hohen Warte aus jede aufrichtig strebende selbstlose
Menschenseele, die sich ihnen im Geiste zuwendet. Sie sind immer auf der
Suche nach solchen. Wer selbstlos nach seelischer Reinigung und geistiger
Veredelung strebt, bekommt mit der Zeit eine immer leuchtendere in herrlichen
Farben strahlende Aura, die sich in der feinstofflicheren astralen und
mentalen Welt weithin sichtbar über die trüben und schwülen
wolkigen Dünste der niederen Begierden und Leidenschaften erhebt.
Die Meister bemerken das und wenden sich einer solchen Seele zu, der sie
dann geistige Kraftströme zukommen lassen, wodurch sie in ihrem Streben
beflügelt und gefördert wird. Hält dann schließlich
ein Meister eine persönliche Fühlungnahme für notwendig,
dann führt er auch eine Gelegenheit herbei, daß sie stattfinden
kann. Es ist also für niemanden notwendig, nach Indien zu reisen
und nach einem Meister zu suchen. Der Meister weiß den Schüler
zu finden, wenn letzterer reif dazu ist."
Im gleichen Buch wird zur Frage
"Woran kann man einen Meister, wenn man einem solchen
begegnen sollte, erkennen?"
folgendermaßen Stellung genommen :
"Wenn sich ein Meister zur Erledigung bestimmter Aufgaben
unter die Menschen begibt dann bleibt er für gewöhnlich unerkannt
da er eine Erscheinungsform wählt, die nicht auffällt. Er gibt
sich nur zu erkennen, wenn er erkannt sein will. Die Meisterschaftsmerkmale
eines in einem physischen Körper lebenden Meisters geben sich allenfalls
durch den Eindruck einer ehrfurchtgebietenden Erscheinung kund gleichviel
in welchem Gewande er erscheinen mag. Die sonstigen Merkmale eines Meisters
sind geistiger Natur und werden nur von solchen erkannt, die selbst schon
einen hohen Grad von Reinheit, Liebe und Weisheit erreicht haben."
Wer Schüler eines echten Meisters werden will, muß ganz bestimmte Voraussetzungen mitbringen.
H.P. Blavatsky nennt folgende:
1) Vollkommene physische Gesundheit.
2) Absolute mentale und physische Reinheit .
3) Selbstlosigkeit der Absicht; universale Barmherzigkeit;
Mitleid mit allen Lebewesen.
4) Wahrheitsliebe und unerschütterlicher Glaube an
das Karmagesetz,
unabhängig von jeder Naturkraft, die dazwischen
treten könnte, ein Gesetz, dessen Ablauf durch keine Mittel gehindert
werden soll, sei solche Abweichung nun durch Gebet oder durch äußere
Sühne-Zeremonien veranlaßt worden.
5) Ein Mut, der in keiner Not wankt, auch nicht bei Lebensgefahr.
6) Eine intuitive Wahrnehmung, daß das eigene Wesen das Werkzeug des offenbarten göttlichen Geistes ist.
7) Ruhiger Gleichmut gegenüber der objektiven, vergänglichen Welt, aber eine gerechte Einschätzung von allem, das diese Welt bildet, in seiner Beziehung mit und zu den unsichtbaren Regionen.
Fährmann sagt im Buch "Der theosophische Pfad", folgendes
zur Frage
"Auf welche Weise kann sich ein Schüler selbst prüfen
und woran kann er mit Sicherheit erkennen, daß er den Schritt, den
Pfad zu betreten, wagen darf?"
1) Kann ich mein Verlangen bezähmen, bald in den Besitz okkulter Kräfte zu kommen und geduldig zu warten, bis dieselben von selbst in mir erwachen?
2) Bin ich fähig und bereit, persönliche Opfer an Geld und Arbeit auf mich zu nehmen, um der Sache, der ich mich mit Leib und Seele widmen will, zu dienen? Bin ich notfalls auch bereit, Entbehrungen zu ertragen?
3) Bin ich fähig, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun, ohne danach zu fragen, ob mir daraus Vorteile oder Nachteile erwachsen?
4) Könnte ich es ohne Groll ertragen, wenn ich mißverstanden, meine Leistungen nicht anerkannt oder sogar falsch beurteilt würden?
5) Bin ich imstande absichtliche oder unabsichtliche Kränkungen meiner Person zu erdulden, ohne Rachegefühle in mir aufsteigen zu lassen, sondern großmütig zu verzeihen?
6) Ist in mir noch eine Art Geltungsbedürfnis und das Verlangen nach Anerkennung meines Wirkens im Dienste der Sache vorhanden?
7) würde ich mich an der Sache irre machen lassen, wenn ich merke, daß Menschen, denen ich viel Vertrauen entgegengebracht habe und von denen ich annahm, daß sie der Sache selbstlos dienen wollten, meine Erwartungen enttäuschen und sich als unwürdig erweisen?
Und nun zum Begriff Meditation: Sie ist auch in der westlichen Welt modern geworden. Wie bei dem Gebet, so liegt auch bei der Meditation der Wert und die Wirkung in der Absicht oder in dem Motiv des Meditierenden.
Die theosophische Schriftstellerin Alice Bailey sagt folgendes:
"Meditation ist für den Menschen nutzlos, ja gefährlich,
wenn die Grundlage eines guten Charakters und eines reinen Lebens fehlt.
Sie wird dann lediglich ein Mittel für den Zufluß von Energien,
die dazu dienen, die unerwünschten Eigenschaften seines Lebens zu
verstärken. Meditation ist gefährlich, wo ein unrechtes Motiv
besteht, wie etwa der Wunsch nach persönlichem Wachstum. Meditation
ist gefährlich, wenn der Wunsch zu dienen fehlt. Dienen ist ein anderes
Wort für die Nutzbarmachung von Seelenkraft zum Wohle Anderer. Wo
dieser Impuls fehlt, kann zwar Energie in den Körper einströmen,
aber da sie keine höhere Verwendung und keinen Ausgang findet, wird
sie dazu führen, die Zentren zu überreizen und Zustände
hervorzurufen, die für den Neuling unheilvoll sind. Aufnahme und Ausscheidung
sind ebenso Gesetze des Seelenlebens wie des physischen Lebens. Und wenn
dieses einfache Gesetz mißachtet wird, dann sind ernstliche Folgen
genau so unausbleiblich wie im physischen Körper."
Der Begriff Initiation wird von falschen Meistern mißbraucht.
Meister K.H. schreibt über das Streben nach Initiation folgendes:
"Dränge dich nicht in unseren Kreis. Bereite dich
vor, aber verlange nicht danach, ein Jünger (Chela) der Meister zu
werden, sondern warte geduldig, bis die Jüngerschaft auf dich herniedersteigt.
Begehre nicht dasjenige, was Mühseligkeiten und Gefahren mit sich
bringt, die du nicht kennst. Viele haben sich uns in diesem Jahre als Schüler
angeboten und von allen, welche geprüft wurden, hat kein einziger
die Probe bestanden; denn das geistige Licht, welches bei der Initiation
empfangen wird, enthüllt den inneren Menschen und bringt sowohl die
noch schlummernden Keime des Lasters, wie auch die Tugend zum Vorschein.....
Suche nach Reinheit und Tugend und führe ein heiliges Leben. Was du
durch eigenes Begehren und Wollen niemals erlangen wirst, wird dir, wenn
du reif bist, um es zu empfangen, von selbst zuteil durch die Gnade deines
unsterblichen Ichs, welche das Licht der wahren Erkenntnis ist."
Es wurden nun die Eigenschaften echter und falscher Meister sowie die Voraussetzungen, die ein Schüler mitbringen muß, um einem echten Meister zu begegnen, erwähnt. Es wäre noch manches zu sagen, aber wir wollen nun in ein gemeinsames Gespräch eintreten.