Wenn uns die negativen Auswirkungen auf unserem Planeten
bewußt werden,
können Ängste und seelische Störungen
entstehen. Gleichmut und Gelassenheit können uns helfen, diese Störungen
zu vermeiden oder zu überwinden. Es handelt sich um ein hohes geistiges
Ziel, das sich nur in gewissem Masse während des Strebens nach ganz
bestimmten Eigenschaften entfalten kann.
Wer gelassen ist, hat die höchste geistige Stufe
der Menschheit und der Weisheit erreicht er ist ausgeglichen und kann ausgleichend
auf andere einwirken.
Gelassenheit bedeutet seelische Unverletzbarkeit. Sie
geschieht in der Tiefe der Seele und stellt sich von selbst ei n, wenn
ei .n bestimmter seelisch-geistiger Zustand erreicht ist.
Gelassenheit geschieht durch Loslassen. Nicht nur der
V erstand allein muß dies erfassen, sondern auch das Herz, die Gefühle
und der Kern der Seele müssen beteiligt sein. Dann geschieht tiefes
Erkennen.
Ein Kennzeichen des Weisen ist seine Gemütsruhe. Solange jemand Ruhe, Frieden und Gelassenheit nur durch äußere Mittel oder Änderung der Umstände zu erreichen sucht, bemüht er sich vergeblich. Erst wenn er sie im Inneren sucht und findet, weiß er, daß er sie jederzeit und überall besitzt. Die göttliche Ruhe und Stille kann sich im Gemüt des Menschen nur widerspiegeln und offenbaren, wenn seine Seele durch nichts Äußeres berührt, durch keine Furcht getrübt, von keiner Leidenschaft bewegt wird.
Shankara (um 450 v .Chr. Südindien) nennt sechs Tugendkräfte
zur Erlangung der Gemütsruhe :
1 . Beherrschung des Denkens
2. Beherrschung der Eindrücke der Aussenwelt
3. Gehorsam durch Pflichterfüllung
4. Gleichmut gegenüber allem, was der Persönlichkeit
geschieht
5. Vertrauen auf den Führer in der eigenen Brust
6. Zielstrebigkeit
In dem Buch "Die Lehre des Wachstums" von I.K. Taimni
heisst es:
"Es ist leicht, ruhig und unbewegt zu sein, wenn wir
uns in Umständen befinden, wo unsere Geduld nicht geprüft und
erprobt wird. Es ist leicht, tugendhaft zu sein, wo es keine Versuchungen
gibt.
Die Herrschaft über unsere Gefühlsnatur kann
nur unter solchen Umständen erlangt werden, denen wir im allgemeinen
auszuweichen suchen.
Nur unter Bedingungen von Streß und Anspannung
können wir jene bewusste Herrschaft über unsere niedrigere Natur
erlangen, die eine Vorbedingung für wahre spirituelle Entwicklung
ist.
Nur wenn wir von Objekten umgeben sind, die uns anziehen,
können wir Wunschlosigkeit entwickeln.
Nur wenn wir mit Menschen zu tun haben, die uns nicht
mögen, uns Steine in
den Weg legen oder uns sogar hassen, können wir
jene verfeinerte Geduld und Gelassenheit entwickeln, die das Kennzeichen
der Herrschaft über das niedrigere Selbst sind.
Nur wer unter den schwierigsten Umständen gelassen
und rein bleiben kann, kann sich als Herr seiner niedrigeren Natur betrachten.
Wir leben in einem Kosmos, und die Umstände, in
die ein Mensch versetzt wird, sind nicht nur jene, die er verdient, sondern
auch jene, die für seine Entwicklung auf der von ihm eingenommenen
Stufen geeignet sind."
Nur durch stetiges Bemühen können wir das hohe
Ziel: Gleichmut und Gelassenheit erreichen.
Ein Denkspruch von Reinhold Niebuhr lautet:
"Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern,
die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen
zu unterscheiden."
Zur Diskussion:
1. Gelassenheit heisst, die anderen so lassen können,
wie sie sind
2. Freiheit ist Loslösung von Besitz. Wer sich an
Besitz bindet, lebt in ständiger Angst und Unfreiheit
3. Inneres Alleinseinkönnen ist die Voraussetzung
für Gelassenheit und Souveränität
4.Selbstfindung durch Loslösung von äußeren
Widrigkeiten
5.Gelassenheit ist Ausdruck seelischer Gesundheit
Folgende Erkenntnis kann uns ebenfalls helfen, unseren
Gleichmut trotz der negativen geistigen Atmosphäre auf unserem Planeten
besser zu bewahren:
Es ist ein geistiges Gesetz, dass jede Wirkung eine Ursache
hat und notwendig ist, um letzten Endes das Gleichgewicht wieder herzustellen
Es handelt sich also um Auswirkungen, die wir nicht ändern können
und die wir deshalb mit Gleichmut und Gelassenheit hinnehmen sollten.
Zu den Begriffen Gleichmut und Gelassenheit:
Gleichmut bedeutet seelisches Gleichgewicht. Die richtige
Gelassenheit führt zum Gleichmut, zum Fehlen jeder starken Erregung,
jeder Leidenschaft Die Erregung und Leidenschaft wird in einen Willen umgewandelt,
der ohne Schwankung seinem Ziel zustrebt Es ist die Kraft, heiter zu bleiben
inmitten der Traurigen, die Kraft, allein zu stehen, wenn alle anderen
fahnenflüchtig sind und untreu werden Gelassenheit bedeutet Wunschlosigkeit,
das Fehlen jeglichen Begehrens für das Oberflächliche und Vergängliche.
Der Blick ist auf das Wesentliche und Unvergängliche zu richten.
Voraussetzungen zur Entwicklung von Gleichmut und Gelassenheit:
Weises Abwägen der Handlungen nach dem Gesetz von
Ursache und Wirkung.
- Überwindung von Minderwertigkeitsgefühlen
- Motiv-Reinheit
- Toleranz
- Verzeihen, vergeben, vergessen
- unverletzbar werden
- Trennung von Verhaltensweise und Person
- Liebe, Nächstenliebe, Feindesliebe
- Worthalten selbst in kleinsten Dingen
- sinnvolle Verwendung der Zeit
- Gehirn nicht mit sinnlosem Wissen belasten
- gesund leben (u.a .Rauchen, Alkohol, Fleischgenuss
vermeiden)
- Keuschheit
- Vertrauen auf die geistigen Gesetze
Zitat aus "Wie kann man helfen" von Iranschähr:
Es kommt darauf an wie der Mensch sich bei einem Ereignis
einstellt wie er sich z. B. den Tod vorstellt Dem einen ist der Tod ein
schreckliches Gespenst dem andern das Tor zum ewigen Leben" zur Befreiung
der Seele. Die Art der Gesinnung und der Einstellung des Menschen zu einem
Ereignis ist für die Wirkung des Ereignisses massgebend Ein Unglück
kann z. B. einen Menschen tagelang betrüben; ein anderer Mensch aber
geht mit innerer Ruhe und Gleichmut darüber hinweg" oder er überwindet
doch sehr leicht dessen Wirkungen. Ein Misserfolg ein Leid oder eine Sünde
kann einen Menschen zu Tode unglücklich machen während der Weise
dieselben mit Gleichmut und gar mit Dankbarkeit annimmt und überwindet.
Er begrüsst und gebraucht sie als Leiter um daraus emporzusteigen
zum Heiligtum der Wahrheit und der Erlösung.
