Liebe Anwesende, ich begrüsse Sie zu unserem Gesprächskreis und freue mich, dass sich einige neue Teilnehmer eingefunden haben.
Deshalb möchte ich zuerst über den Sinn unseres
Gesprächskreises sprechen.
Im Programm der Volkshochschule heisst es:
Gesprächskreis für wichtige Lebensfragen auf
Bekenntnis- und vorurteilsfreier, nicht dogmatischer Grundlage. Angestrebtes
Ziel: seelisch-geistige Entwicklung.
Wir sprechen über Ethik, esoterische Philosophie, Evolution und den Sinn des ethischen Lebens (Theosophie), das heisst: Wir wollen auf Fragen und Probleme, von denen niemand von uns verschont bleibt, eingehen, und zwar indem wir uns mit Weisheiten, die ursprünglich in jeder unverfälschten Weltreligion enthalten waren - und auch teilweise noch enthalten sind, befassen, d.h. also, dass wir uns um tiefere Erkenntnisse und religiöse Einsichten bemühen wollen. Es geht um eine seelisch-geistige Höherentwicklung.
Wenn wir uns bewusst machen, dass die heutige schlimme Lage in unserer Welt in erster Linie durch bestimmte Wissenschaftler und Politiker verursacht wurde, sehen wir ein, dass eine Änderung vor allem auch vom Einzelmenschen ausgehen muss. Und dies ist nur möglich bei einer gewissen Moral des Einzelmenschen, die sich auch im Volksorganismus auswirkt.
Leider wird von verantwortlicher Seite zur Erziehung auf ethischem Gebiet nicht viel getan. Wenn man sich z.B. die Themen der Medien-Angebote betrachtet, bei denen es sich meist um Gewalt, Sexualität, Fussball, Leistungssport, dumme Spielchen usw. handelt, wundert man sich über die heutige Lage nicht mehr. Dabei könnten die Medien, richtig benützt, für die geistige Entwicklung der Menschheit sehr fördernd sein.
Der Mensch strebt von Ziel zu Ziel, sofern er überhaupt noch seelisch lebendig ist. Die Mehrzahl der Menschen verwendet jedoch ihre kostbare Zeit in der Schule des Lebens für die Realisierung persönlicher materieller Interessen, die zwar für das Notwendige zu bejahen sind, über Vorrang müssten die ethischen Werte haben. Vor allen Dingen dürften die notwendigen materiellen Ziele nicht auf Kosten der ethischen Ziele verwirklicht werden.
Eine wichtige Voraussetzung zur Bewältigung auch der äusseren Ziele ist die Kenntnis geistiger Gesetze als Grundlage verantwortungsvoller Handlungsweise.
Bei einer rein materialistischen Lebensauffassung wird der tiefere Sinn des Lebens nicht erfasst. Diese materialistische Einstellung erzeugt letzten Endes Unsicherheit, Lebensangst und fördert Resignation und Willensschwäche. Es gibt keine veräusserlichten Zielsetzungen, deren Erreichen nicht durch negative Umstände zunichte gemacht werden könnten. Je höher das Ziel auf äusseren Gebieten gesteckt war, umso tiefer wird das Loch sein, in das man sich dann hineingeworfen fühlt. Wieviel Enttäuschungen führen auf diese Weise täglich zu seelischen Zusammenbrüchen.
Wir sollten ein Lebensziel ins Auge fassen, das nicht zerstört und über die Todesschwelle mitgenommen werden kann. Es besteht vor allem in erworbener Lebensweisheit, Charakterfestigkeit, Selbstbeherrschung und Selbstlosigkeit. Nur durch Überwindung unserer Fehler können wir zur selbstlosen Liebe zu Mensch, Tier und Natur kommen.
