Ehe, Voraussetzungen für eine harmonische Ehe

Menschen, die den Sinn des Lebens in einer seelisch-geistigen Höherentwicklung sehen, sollten bei der Wahl eines Partners folgendes beachten:
1) dass sie mit dem Partner über alles sprechen können wie mit einem guten Freund,

2) dass beide Partner über wesentliche Dinge gleich denken, d.h. dass sie den gleichen geistigen Zielen nachstreben,

3) dass beide Partner aneinander wachsen können, was ja der Sinn des Lebens ist,

4) dass die Partner möglichst viele gemeinsame Interessen haben,

5) dass sie gemeinsam Menschenliebe verwirklichen können, in der Liebe dem Mitmenschen gegenüber , jedoch ohne die eigenen Pflichten zu vernachlässigen.

Bei allen 5 Punkten zeigt sich eine charakterliche Übereinstimmung und seelische
Verwandtschaft.
Es gibt aber kaum Menschen, die alle diese Eigenschaften bereits besitzen, wenn sie eine Partnerschaft eingehen, besonders wenn dies in jungen Jahren der Fall ist, wo man seinen Weg oft selbst nicht erkennt.
Wenn man all die genannten Eigenschaften auch noch nicht hat, genügt es, sie zu erkennen und danach zu streben. Und dazu sind wiederum gewisse Voraussetzungen notwendig:

Erste Voraussetzung ist die Bereitschaft zu einer wohlwollenden Auseinandersetzung, um eine Übereinstimmung zu erreichen.
Im Zusammenleben, das zur Harmonie führen soll, sind folgende Eigenschaften unumgänglich:

Vertrauen, Achtung, Geduld, Aufrichtigkeit, Vergebung, momentane Möglichkeiten des Andern erfassen, sich niemals über den Anderen erheben, aber auch nicht unterwürfig werden, Selbstvertrauen erwecken durch Lob wenn es am Platze ist.
Beachtung der Kraft der Gedanken.
Man kann immer wieder die Beobachtung machen, dass wenn einer der Partner eine ethische Einstellung hat und der andere nicht, also charakterlich anders liegt, eine Ehe auf lange Sicht gesehen nicht gut gehen kann, besonders wenn sie von einer Seite auf persönliche Vorteile oder sonstige materielle bzw. andere Berechnungen gegründet ist.
Sind beide Partner ethisch eingestellt, werden sie den Sinn einer Ehe im Aneinanderwachsen erkennen.
Wenn jedoch beide Partner den Sinn einer Ehe mehr in materiellen und äusseren Bereichen sehen, dann kann diese Ehe so lange gut gehen solange die Interessengemeinschaft besteht.
Eine Trennung in der Ehe kann mitunter fruchtbar sein, weil oft erst dann eine Selbstbetrachtung und Änderung vor sich geht.
In den nachstehenden Zitaten aus der Schrift "Die Ehe nach den Lehren der Geisteswissenschaft'' von Hermann Rudolph kommen noch wesentliche Aspekte zu unserem Thema zum Ausdruck.

Die Ehe kann geschlossen werden entweder
1. aus Unwissenheit, Unüberlegtheit und Gedankenlosigkeit,

2. aus Leidenschaft, Begierde, Habsucht, Sorge oder Genußsucht oder

3. aus selbstloser Liebe und Zuneigung und dem Willen, dem anderen zu dienen.

Der sittliche Mensch schließt die Ehe, um dem anderen zu dienen und behilflich zu sein. Zwischen Edelmenschen herrscht eine Übereinstimmung der sittlichen Anschauung und der Gesinnung. Weil sie das Wahre und Gute in sich selbst lieben, empfinden sie es auch im anderen. Die sittliche Ehe ist auf die gegenseitige Achtung gegründet Es kann keine glückliche Ehe unter Menschen geben, die einander belügen und bestehlen Es ist die Güte und die Wahrhaftigkeit, die der Mann in der Frau liebt und umgekehrt. Auch in der Armut ist der sittliche Mensch glücklich; sein Glück entspringt seiner geistigen Natur und ist von äusseren Verhältnissen unabhängig.

Die Ursache der meisten unglücklichen Ehen ist die Sinnlichkeit, die teils in der Unkenntnis der physischen Gesetze und des Zweckes der Ehe, teils in einer krankhaften Leidenschaft ihren Grund haben. Sie macht die Ehe zum Jammertal, was sie heutzutage in vielen Fällen ist. Diese Sinnlichkeit ist, vom geistigen Standpunkt aus betrachtet, ein Verbrechen.

Die Unkeuschheit in der Ehe hat nicht nur für den Mann und die Frau, sondern auch für die Kinder, insbesondere die Zufallskinder, die schlimmsten Folgen.

Die wahre Liebe ist nicht sinnlich erregt. Der geistige Austausch der seelischen Kräfte erzeugt eine Harmonie von Leib und Seele, welche die Tyrannei des Geschlechtes aufhebt. Der unbefriedigte Geschlechtstrieb entspringt der Disharmonie der Seele. Die wahre Liebe macht den anderen nicht zum Sklaven, weil sie nichts begehrt und die Rechte des anderen achtet.

Eine ideale Ehe hat ihre Grundlage in der echten Religion. Sie hat allerdings mit Frömmelei und Unduldsamkeit, den Feinden jeder wahren Religion, nichts zu tun, sondern beruht auf dem Glauben an das Göttliche in der Menschheit der höheren unsterblichen Natur, die in jedem Menschen nach Offenbarung und Verwirklichung ringt.

Jeder Genuß um des Genusses und Vergnügens willen ist auf allen Gebieten der Natur eine Verletzung der Naturgesetze.
Die Folgen der Unkeuschheit in der Ehe sind nicht nur physische Übel, sondern zugleich auch moralische und geistige Krankheiten. Die Überfüllung der Irrenhäuser und die Zunahme der Selbstmorde sind zumeist eine Folge von sexuellen Sünden.

Die Enthaltsamkeit ist ein Gesetz des höheren Lebens und auch der leiblichen Gesundheit förderlich; denn die Durchdringung und Befruchtung der Körperzellen durch die Zeugungssäfte führt in Verbindung mit reiner Nahrung und reinem Denken zur Verjüngung des physischen Leibes, während Mangel an diesen Lebenssäften Abnahme der Lebenskräfte, Krankheit, Alter und Tod verursacht.

Wer eine Ehe in Leidenschaft und aus Begierde einging, wird arge Enttäuschungen erfahren. Und das gilt heutzutage wohl von den meisten Ehen. Das Glück einer solchen Ehe dauert nur solange, als die Kraft der Leidenschaft anhält. Ist die Begierde, welcher Art sie auch sein möge, befriedigt, so ist auch die Zuneigung geschwunden, und Abneigung tritt an ihre Stelle.

Der grösste Teil der Kulturmenschheit führt mit dem Geschlechtstrieb einen furchtbaren und zumeist erfolglosen Kampf, weil man die Natur des Feindes nicht kennt und diesen deshalb auf eine verkehrte Weise bekämpft.
Jedes Organ des Körpers steht mit einem Organ des Gehirnes in Verbindung. Indem die Vorstellung auf das letztere einwirkt, erregt sie die Kräfte der mit ihm in Wechselbeziehung stehenden Organe. Wer daher die sinnlichen Vorstellungen ausschaltet, indem er sich mit anderen, entgegengesetzten Gedanken befaßt, beherrscht alle negativen Triebe.

Ehe jedoch der zweifache Aberglaube, nämlich die Einbildung, dass der Genuß von Fleisch und Alkohol zum Leben notwendig sei, nicht ausgerottet ist, wird auf dem Gebiet des Geschlechtslebens und der Ehe keine wesentliche Besserung eintreten können.

Das Menschengeschlecht wird einen grossen Schritt aufwärts gemacht haben, wenn die Geschlechtsfunktion allein zur Fortpflanzung und nicht zum bloßen Sinnesgenuss gebraucht wird.
Den wartenden Seelen, die seit langem eine Verkörperung suchten, können dann
gesunde Körper gegeben werden, die nicht mehr die Zeichen der Entartung und des Verfalles an sich tragen.

Der sittliche Mensch kritisiert seine Mitmenschen nicht und darum auch nicht den Gatten. Er erblickt in den Fehlern desselben nichts Böses, sondern nur Schwäche und Unkenntnis. Der Liebende hat auch nicht die Absicht, den Geliebten zu erziehen. Wer solches tun will, täuscht sich über seine Liebe und seinen Einfluß. Er dünkt sich besser als der andere. Auch kann kein Mensch den anderen wirklich erziehen; dies muss jeder selbst tun.

Die Liebe erzieht nicht durch Wort und mit Absicht, sondern unmittelbar durch ihre Natur und Kraft. Je weniger sie erziehen will, desto größer ist ihre Wirkung. Sie verurteilt wohl die schlechte Handlung, nicht aber den Menschen.
Eine geistige Weltanschauung führt notwendig zur Vereinfachung der Lebensführung. Der wissende Mensch macht sich nicht zum Sklaven der irdischen Bedürfnisse: von Wohnung, Nahrung und Kleidung. Die vielen Lebensbedürfnisse sind wesentlich schuld, dass die heutige Familie Kinder nicht mehr zeugen will und nur schwer ernähren und erziehen kann. Eine Kultur aber, welche die Erhaltung der Menschheit erschwert oder gar unmöglich macht, wird vom Entwicklungsgesetz mit der Zeit vernichtet.

Buchempfehlung:
H. K. Iranschähr: Die Umwandlung der schöpferischen Lebenssubstanz im Menschen (Die Kunst der seelischgeistigen Alchimie auf dem Wege zur Wiedergeburt der Seele) Verlag Heilbronn, ISBN 392300047-2
Über die reine Liebe und Sexualität (Vortrag von Frau Börner-Kray, Brunhild)

Die Liebe, von der Christus und alle Weltenlehrer sprechen und sprachen ist unendlich viel erhebender und freudiger als wenn die Lebenskraft sich abwärts wendet und zu Leidenschaft und zu sexueller Befriedigung wird. Die mächtige Lebensessenz ist wie ein flüssiges Licht, das sich überall dort hinwendet wohin wir die Aufmerksamkeit wenden. Durch Sehen und Hören, Gedanken und Gefühle, also durch die Macht der physischen Sinne wird die Aufmerksamkeit des Gemütes angezogen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit voll beherrschten stünde uns eine mächtige Kraft zur Verfügung. Was unsere Aufmerksamkeit festhält wird mit Lebenskraft erfüllt. Arbeiten wir geistig, so zieht sich die Lebenskraft zum Gehirn und strömt als Licht durch den Mittelpunkt der Stirn zwischen den Augen. Ein geistig Schauender kann dieses sehen. Sprechen wir, so strömt diese Kraft in die Kehle Lieben wir im göttlichen Sinne, so strömt diese Lichtkraft aus dem Mittelpunkt unseres Herzens. Senden wir starke Gefühle aus, strömt die Kraft aus dem Sonnengeflecht. Wer die innere Schau hat, kann die Lebensströme sehen, die alle Organe durchströmen solange sie in Tätigkeit sind. Wer die mächtige Lebensessenz zum sexuellen Vergnügen benutzt anstatt bewußt zum Aufbau eines neuen physischen Körpers, damit eine Seele sich inkarnieren kann, um ihr eine erneute Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu geben, beschleunigt den Vorgang der Auflösung seines physischen Körpers und bereitet den Leidensweg zu seinem Verfall. Mögen die Menschen das Gegenteil behaupten. Es ist das unerbittliche Gesetz physischer Verkörperung. Niemand kann es ändern.

Dem Sexuellen wird viel zu viel Beachtung geschenkt. Philosophie, Psychologie und Medizin lenken die Aufmerksamkeit dahin. In der Überbewertung liegt die Gefahr und der Verderb. Dadurch wird der Mensch von seiner wahren Berufung und dem Sinn und Ziel seines Daseins entfernt. Wieviel Leid, Not, Tränen und Verbrechen hat die Leidenschaft des Sexuellen schon gebracht.

Wohin die Aufmerksamkeit gelenkt wird, dorthin strömt die Lebenskraft. Bei ehrlicher Betrachtung hat uns eine sexuelle Leidenschaft noch nie das wahre Glück und den echten inneren Frieden gebracht. Wer diese Wahrheit nicht erkennen kann, mag Gehirn und Körper eines Menschen, der jahrelang die Lebensenergie bewahrt hat, mit denen eines anderen vergleichen, der sie in der gleichen Zeit vergeudet hat. Der wird keines anderen Beweises mehr bedürfen. Die Erhaltung der Lebensessenz und ihre bewusste Erhöhung durch die Kraft des Geistes mittels Beherrschung der Aufmerksamkeit gehört mit zu dem Pfad zur Vollendung, zur Selbstverwirklichung. Verwechseln wir nicht Beherrschung der Lebenskraft, Beherrschung des Sexuellen mit Beherrschung der Aufmerksamkeit. Diese letztere ist gemeint. Für Gemüt und Körper und für die Umwelt des Einzelnen ist der Weg der Vollendung der gesündeste, weil er der Sinn des Daseins an sich ist. Wer meine Ausführungen im rechten S inne verstanden hat, wird erkennen, dass sie keine Aufforderung zur Triebunterdrückung durch Willenskraft sind. Diese wäre unheilvoll. Eine konzentrierte Kraft darf nicht aufgestaut werden. Durch heimliche Gefühle, Gedanken und Beeinflussungen muss eine Entladung kommen.

Wer die Wahrheit und die Gesetze kennt, kann solche Irrlehren geistiger Entwicklung nicht befürworten. Verhältnismäßig wenig Menschen haben diese Wahrheit begriffen.

Um aus Entwürdigung, Elend und Unheil aufzusteigen muss der Mensch zum Verständnis dieses Gesetzes kommen. Und dieses Gesetz muss in die äussere Tätigkeit des Gemütes gelangen. Indem wir uns dieses Gesetzes bewusst werden, schließen wir das Tor zu den gefährlichstem und feinsten Einflüssen und Einflüsterungen aus einer physischen Ebene. Die Empfindungsnatur des Menschen ist ein Punkt, in dem sich Kräfte zusammenballen. Und niemals können Gedanken zu Dingen werden, wenn die Kraft nicht durch Gefühle aufgeladen wird. Wer dieses Gesetz erkannt und anerkannt hat erfühlt die entwürdigende Wirkung auf den Menschen, die durch die Überbetonung des Sexuellen und der Triebnatur mit ihrer heute üblichen falschen Auslegung entsteht. Dadurch wird er immer tiefer in die Verstrickung der rein physischen Begierden geführt ohne noch die Verbindung zu der geistigen Seite seines Wesens herstellen zu können. Die angeblich modernen Kenntnisse basieren nur auf physischen Gesetzen und Erfahrungen. Wenn man nur diese berücksichtigt, kommt es zu solchen Verirrungen. Wüsste man vom Sinn des Daseins und dass der Mensch primär eine geistige Wesenheit ist, die deshalb auf diesem Plan ist, um wieder ein Stück der Vollkommenheit näher zu kommen und dass für sie als geistige Wesenheit geistige Gesetze Gültigkeit haben, müßte man zu ganz anderen Ergebnissen und Einsichten kommen. Wenn wir Kenntnis von unserer wahren Natur haben und ihre Gesetze kennen, können uns alle äusseren Einflüsse keinen Schaden mehr zufügen Ein Meister vermag es, seinen Schülern den rechten Weg zu weisen, den sie ohne Schaden gehen können. Ein Verbot - das Zölibat z.B. - führt oft zur Triebunterdrückung. Das ist gefährlich. Die unterdrückten Gefühle können in Kanäle fliessen, die abartige und menschenunwürdige Auswirkungen zur Folge haben und einen geistigen Fortschritt blockieren. Ein Heranführen an die wahren geistigen Zusammenhänge und ihre Gesetze, die sowohl den Sinn des Daseins klarstellten als auch den Menschen sein wahres Wesen erkennen lassen, löst jedes Problem. Solange der Mensch nur als ein physisches Wesen betrachtet wird und man an diesem herumexperimentiert, wird der Intellekt uns immer tiefer in Irrtum und Unglück führen. Wir sind ein kosmisches, ewig lebendes Wesen. Kosmische göttliche Kraft durchpulst unseren physischen Körper, und es liegt an uns, wie wir diese Kräfte einsetzen. Kosmisch-geistige Gesetze sind es, die unserem Fortschritt dienen, die alles in harmonische, aufbauende und erhabene Bahnen lenken, wenn wir die Gesetze kennen und uns nach ihnen ausrichten. Es gäbe weder Krankheit noch Not, Unglück und Disharmonie, würden wir den Gesetzen folgen, von denen das höchste das der allumfassenden, nicht besitzen wollenden, sich nur verströmenden All-Liebe ist.

In dieser Liebe wollen wir einander begegnen und in jedem den Bruder, die Schwester sehen.

Elektronisches Licht ist die ursprüngliche Substanz, aus der jede erschaffene Form zusammengesetzt ist. Jedes Elektron besteht aus einem Flammenpunkt. Die gesamte elektronische Kraft, aus der das ganze Universum besteht, ist intelligentes Leben, göttliche Kraft. Die Elektronen werden durch die Fähigkeit des Geistes, einen Plan zu entwerfen, in die Form gebracht. Die Geschwindigkeit, mit der diese Form im Entwurf des Geistes rotiert, wird durch das Gefühl bestimmt, das in sie hineinfliesst und die Schwingungszahl festsetzt. Der Gedanke ist sozusagen der Entwurf, die Matrize, die Urkunde, in den die Lebenssubstanz gebracht wird und das Gefühl der vibrierende Pulsschlag, der durch das elektronische Licht gesandt wird und die Güte der Manifestation des Geschaffenen bestimmt. Wenn wir diese geistigen Gesetze recht verstanden haben und im Alltag und für unser ganzes Leben anwenden, besonders was den physischen Bereich anbelangt, werden wir stets in der rechten Balance sein. Wenn wir davon ganz durchdrungen sind, dass wir Seele sind und einen Körper haben und Sinn und Ziel unseres Daseins erkannt haben, kann es keine Probleme auf den verschiedenen Ebenen mehr geben, weil dann der Körper voll unter der Wachheit des Geistes steht, denn unser Urgrund weiß genau, dass wir kein anderes Ziel haben als jenes, das Christus und alle anderem grossen Avatare uns lehrten: Werdet vollkommen! Vollkommene Selbstbeherrschung aller Kräfte in dir und zu allen Zeiten bedeutet Meisterschaft.