Jeder Mensch strahlt die Kräfte aus, die in seiner Seele verankert sind. Sind es edle Kräfte, so wirkt er sympathisch und anziehend, sind sie negativ, so wirkt er mehr oder weniger abstossend.
Hat sich ein Mensch zu einer Persönlichkeit mit edlem Charakter entwickelt, so wird sich diese Eigenschaft nicht nur in seinen Handlungen sondern auch in seiner äusseren Erscheinung und vor allem in seiner Ausstrahlung ausdrücken. Er kann schon allein durch seine Anwesenheit eine Anziehungskraft auf seelisch verwandte Menschen ausstrahlen. Solche Menschen lassen sich nicht durch äussere Umstände zu einer unbeherrschten, abstossenden Handlung hinreissen. Sie wirken auf die meisten Menschen anziehend, weil sie Herzensbildung und Menschenliebe besitzen und dadurch auch bei Menschen, die ihnen geistig und in charakterlicher Beziehung unterlegen sind, selten Neid hervorrufen.
Dann gibt es Menschen, und diese werden wohl in der Mehrzahl sein, die in ihrer geistigen und seelischen Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten sind. Auch sie können anziehend wirken und zwar in dem Grade, in dem sie sich nach oben entwickelt haben. Sie sind jedoch noch sehr von den äusseren Umständen und von Stimmungen abhängig. Auch kommt es bei ihnen sehr darauf an, wie ihnen ein anderer Mensch entgegenkommt. Sie lassen sich noch zu sehr von den Umständen bestimmen im Gegensatz zu der erstgenannten Gruppe von Menschen, die die Umstände selbst bestimmen.
Aber nicht nur edle Charaktereigenschaften können einen Menschen anziehend erscheinen lassen, sondern auch Eigenschaften mehr intellektueller und körperlicher Art, z.B. grosses Wissen, Witz, Humor, Selbstbeherrschung, Energie, körperliche Schönheit, Natürlichkeit, Charme. Menschen mit solchen Eigenschaften wirken aber nur auf die Menschen anziehend, die ein Verständnis oder eine gewisse Aufgeschlossenheit für die jeweilige Eigenschaft haben. Die Anziehungskraft eines Menschen durch hervorragende Eigenschaften auf den vorgenannten Gebieten kann aber beeinträchtigt werden, wenn dieser Mensch charakterlich nicht einwandfrei ist. Man wird ihm zwar seine hervorragenden Eigenschaften nicht absprechen können, aber an Anziehungskraft wird er bei bestimmten Menschen verlieren.
Der gute, edle Mensch verbreitet durch sein Wesen und manchmal auch schon durch seine Erscheinung eine angenehme, gesunde Atmospähre, während der andere mit schlechten Charaktereigenschaften eine ungesunde Atmospähre besonders bei Menschen verbreitet, die noch nicht zu einer Persönlichkeit mit edlem Charakter herangereift sind. Der erstere macht glücklich und ist glücklich, der letztere macht unglücklich und ist letzten Endes unglücklich.
Ein intelligenter, charaktervoller, geistiger Mensch ist an sich selbst ein Magnet, der andere Menschen anzieht, ein Licht das in der Ferne leuchtet, und je mehr geistige Erkenntnisse er besitzt, um so mehr erhöht sich seine Brauchbarkeit. (Hartmann)
Wer diese Zusammenhänge erkannt hat, wird sich gerne bemühen, eine anziehende Persönlichkeit zu werden, hinter der Menschenliebe und Herzensbildung steht, nicht aus Geltungsbedürfnis sondern um glücklich zu machen und glücklich zu sein.