Phänomene
Porzellschale:
Über eines derselben hat General Morgan einen Bericht verfasst. Es geschah im
August 1883. Madame Blavatsky, die sich damals in Ootacamund befand, hatte
ihn gebeten, sich das Gemälde in dem Schrein anzusehen, da es eine ganz
besondere Art von Arbeit war. Mme. Coulomb führte ihn hinauf, und sie gingen
zusammen in das Okkulte Zimmer.
„Als man das Zimmer betrat, näherte sie sich eilends dem Schrein oder Schrank,
und öffnete schnell die Doppeltüren. Während sie dies tat, fiel ein
Porzellanschälchen, das wohl gegen die Tür gelehnt haben mochte, auf den
Muschelsandstein-Fussboden und zerbrach in Stücke. Sie trug darüber grosse
Bestürzung zur Schau und rief aus, dieses sei ein Lieblingsgegenstand der
Madame Blavatsky, und sie wüsste nicht, was sie machen sollte. Sie sammelte mit
Hilfe ihres Mannes, der mit uns gekommen war, die Scherben auf. Dann band sie
sie in ein Tuch und legte sie wieder in den Schrank und zwar in die silberne
Schale, nicht dahinter. Die Türen wurden wieder zugemacht, und Damodar
setzte sich auf einen Stuhl gerade vor den Schrank und nur einige Fuss von
diesem entfernt. Er sass in lauschender Haltung und blickte den Schrein fest an.
Damals kannte ich noch nicht - was jetzt der Fall ist - die Tatsache, dass der
astrale elektrische Strom genau denselben Ton verursacht wie der gewöhnliche
Telegraph, und dass man ihn deutlich in dem Schrein hören konnte. Da mir dies
unbekannt war, so nahm ich meine Unterhaltung mit den Coulombs, die sich auf
den Unfall mit der Tasse bezog, wieder auf. Als ich äusserte, dass es ratsam sein
würde, etwas Kitt oder Leim zu besorgen und zu versuchen, die Stücke wieder
zusammenzustellen, ging er sofort, um diesen aus seiner Bangolo zu holen, die
ungefähr 100 Ellen vom Hause entfernt lag. Ich bemerkte indessen gegen seine
Frau:"Wenn die Sache von genügender Wichtigkeit ist, könnten die Mahatmas
veranlassen, dass der Schaden wieder gut gemacht wird. Wenn nicht, so müssen
Sie es selbst so gut machen, wie Sie können." Kaum hatte ich diese Äusserung
getan, als Damodar sagte:"Es ist eine Botschaft da." Er öffnete sofort die Tür des
Schreins, nahm die silberne Schale heraus in der man gewöhnlich die Briefe fand,
und wirklich befand sich ein Billet darin, dem man nach dem öffnen folgende
Zeilen entnahm:
„An die wenigen, als Zeugen gegenwärtigen Zuhörer: Jetzt hat Madame Coulomb
Gelegenheit, sich selbst davon zu überzeugen, dass der Teufel weder so schwarz,
noch so böse ist, wie man ihn gewöhnlich darstellt. Der Schaden ist leicht kuriert
- K. H."
»Dann öffneten wir das Tuch, das das zerbrochene Näpfchen enthielt, und fanden
es ganz und vollständig unversehrt. Es waren noch nicht drei Minuten
vergangen, seitdem ich den Vorschlag gemacht hatte, Klebestoff zu besorgen!
und kurz darauf kehrte Coulomb mit dem Leim in der Hand zurück. Wenn um
alle die oberen Räume rings herum gegangen wäre, hinter den Schrein gelangt,
das zerbrochene Schälchen fertgenommen, das Päckchen aufgebunden und an
seine Stell ein ganzes hineingetan, und noch dazu das Billet geschrieben hätte,
das die Ausbesserung des Schälchens betraf (die Bemerkung, die ich darüber
gemacht, hatte er nicht gehört), dann, sage ich, müssten seine Füsse mit denen der
Meister gleichen Schritt halten. Als ich mit der Frau darüber sprach, wie
wunderbar das Näpfchen wieder hergestellt sei, antwortete sie:"Es muss das Werk
des Teufels sein." Und tatsächlich schrieb sie (am 13. Aug. 1883) an Madame
Blavatsky:"Ich glaube wahrhaftig, dass ich noch närrisch werde, wenn ich bei
Ihnen bleibe." Dann berichtet sie, was sich ereignet hat und schliesst:"Ich glaube
sicher, dass Sie Beziehungen haben zum alten Nick."9)
Geldtranfer:
Ein anderer Fall war der des Richters Sriniväsa Rao, der folgendes berichtet: "Am
4. März 1884 (Madame Blavatsky und der Oberst Olcott befanden sich zu jener
Zeit auf dem Ozean, da sie am 20. Febr. Bombay verlassen hatten, um sich nach
Marseille einzuschiffen), fühlte ich mich infolge häuslicher Trübsal den ganzen
Tag ausserordentlich niedergedrückt. " Er ging nach Adyar, und als er Damodar
sah, sagte er ihm, dass er den Schrein sehen möchte: "Er führte mich sogleich
nach oben in das Okkulte Zimmer und schloss den Schrein auf. Wir beide hatten
kaum 5 Sekunden lang das Porträt des Mahatma K. H. in dem Schrein betrachtet,
als er (Mr. Damodar) mir sagte, dass er Befehl hätte, den Schrein zu schliessen,
was er auch sofort tat. Dies war eine sehr grosse Enttäuschung für mich. Aber Mr.
Damodar öffnete den Schrank sofort wieder und mein Auge fiel sogleich auf
einen Brief in tibetischem Couvert, der in dem Gefäss im Schrein lag, das vorher
ganz leer gewesen war. Ich nahm den Brief heraus, und da ich fand, dass er von
dem Mahatma K. H. an mich gerichtet war, öffnete ich ihn, um ihn zu lesen."10)
Der Richter Sir S. Subramania Aiyer legt Zeugnis von einem anderen Phänomen
ab, das zürn Besten des Mr. Sriniväsa Rao geschah,; er sagt:"Am 18. Dez. 1883
besuchte ich den Schrein um 10.30 Uhr vormittags. Es waren sieben Personen
zugegen. Die Fenster waren geöffnet, und es war heller Tag. Madame Blavatsky
gab dem Mr. P. Sriniväsa Rao, dem Bagatell-Richter von Madras den Schlüssel
zum Schrein und stand mit uns anderen daneben. Mr. Sriniväsa Rao öffnete den
Schrein, nahm die silberne Schale heraus und zeigte sie allen Anwesenden. Es
war nichts darin. Er stellte sie wieder in den Schrein, verschloss diesen und
behielt den Schlüssel. Nach ungefähr fünf Minuten ersuchte Mine. Blavatsky ihn,
den Schrein zu öffnen, was er tat. Er nahm dieselbe silberne Schale heraus, und
darin lag ein gut verklebtes Couvert, das an Mr. Sriniväsa Rao adressiert war. Ich
sah, wie er die Briefhülle öffnete, die einen Brief in der Handschrift des Mahatma
K. H. und Papiergeld im Werte von 500 Rs. (Rupien, Münze in Briisch-Indien)
enthielt."11).
Blumen:
Der Richter T. Râmachandra Rao sowie Mr. R. Ranga Rao gingen in das Okkulte
Zimmer hinein. "Wir untersuchten alles ganz sorgfältig, und der Schrein wurde
verschlossen. Indessen rührten wir uns nicht von der Stelle, und nach Verlauf von
einer halben Minute forderte Mme. Blavatsky uns auf, den Schrein zu öffnen.
Dies taten wir und fanden den ganzen Schrein, worin sich noch vor einer halben
Minute, wir ihn besahen, nichts befunden hatte, mit frischen Blumen angefüllt.
Jeder von uns nahm sich einige davon, und wir bemerkten, dass eine ganz
besondere Art von Blättern dabei war, die es unseres Wissens in keiner Gegend
von Madras gab. Nun untersuchten wir. das ganze Zimmer und seine Umgebung
aufs genaueste, fanden aber nichts, das den Verdacht einer Betrügerei auch nur im
geringsten hätte rechtfertigen können. T. Rämachandra Rao."
"Das oben beschriebene Phänomen fand in meiner Gegenwart statt.R. Rango
Rao."12).
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