Madame Blavatsky

Protest


Sie erklärte, dass sie niemals nach Indien zurückkehren würde, wenn man ihr nicht gestattete, ihn wegen dieser Schmähung zu verklagen - und sie kehrte nie dorthin zurück. Mr. Sinnett, der ihr in diesem harten Kampfe tapfer zur Seite stand, liess in seiner Schrift "The Occult World Phenomena" einen Protest aus ihrer Feder abdrucken. Ich führe ihn hier an:


Madame Blavatskys Protest

»Die"Gesellschaft für Psychische Forschung" (Society for Psychical Research) hat jetzt den Bericht veröffentlicht, den Mr. Hodgson einem von ihr erwählten Komitee geliefert hat; er ist der Agent, den man nach Indien gesandt hat, um die Natur gewisser Phänomene zu erforschen, von denen geschrieben wird, dass sie sich im Hauptquartier der Theosophischen Gesellschaft in Indien und auch anderwärts ereignet haben, und mit deren Erzeugung ich zum Teil direkt oder indirekt in Beziehung stehe. Dieser Bericht legt mir eine Verschwörung mit den Coulombs und mehreren Hindus zur Last, die darauf berechnet ist, die Leichtgläubigkeit verschiedener Personen meiner Umgebung durch betrügerische Kunstgriffe zu täuschen und erklärt eine Reihe von Briefen, die ich an Mme. Coulomb im Zusammenhang mit der gemutmassten Verschwörung geschrieben haben soll, für echt, während ich von diesen Briefen schon selbst erklärt habe, dass sie zum grossen Teil Fälschungen sind. Sonderbarerweise wurde es mir vom Zeitpunkte des Beginnes der Untersuchung an bis auf den heutigen Tag, da ich von meinen, durch sich selbst eingesetzten Richtern für schuldig erklärt werde, nie erlaubt, jene Briefe zu sehen, aus denen man meine Schuld beweisen will. Auf diese Tatsache möchte ich die Aufmerksamkeit jedes gerecht denkenden und rechtschaffenen Engländers lenken.

Ohne dass ich jetzt auf eine genaue Prüfung der Irrtümer, Widersprüche und falschen Schlussfolgerungen in diesem Berichte näher eingehen will, wünsche ich so öffentlich wie möglich hervorzutreten mit meinem entrüsteten und nachdrücklichen Protest gegen die groben Verleumdungen, mit denen das Komitee der Psychical Research Society mich belastet hat auf Antrieb eines einzelnen, nicht massgebenden und ungerechten Untersuchenden, dessen Beschlüsse man angenommen hat. Es gibt in dem ganzen gegenwärtigen Bericht gegen mich keine Beschuldigung, die die Probe einer unparteiischen Untersuchung an Ort und Stelle aushalten könnte, wo meine eigenen Erklärungen durch die Prüfung von Zeugen in Schach gehalten werden könnten. Sie sind in Mr. Hodgsons eigenem Kopfe entwickelt worden und meinen Freunden und Mitarbeitern verborgen geblieben, während er in Madras weilte und die Gastfreundschaft und unbeschränkte Hilfe bei seinen Nachforschungen erhielt, die ihm gewährt wurde, im Hauptquartier der Gesellschaft zu Adyar, wo er die Haltung eines Freundes annahm, obwohl er jetzt die Personen, mit denen er in dieser Weise zusammenwirkte, - als Betrüger und Lügner hinstellt. Diese Beschuldigungen werden vorgeführt und gestützt auf das einseitige Zeugnis, das er aufgebracht hat, jetzt, wo der Zeitpunkt vorüber gegangen ist, da er selbst entgegengesetzten Zeiignissen und Beweisgründen gegenübergestellt werden könnte, die seine sehr beschränkten Kenntnisse von der Sache, die er zu behandeln versuchte, ihm nicht liefern.
Mr. Hodgson, der sich so selbst zum Kläger und Verteidiger in erster Instanz eingesetzt hat und eine Verteidigung bei den verwickelten Transaktionen, die er prüfte, nicht zugelassen hat, findet mich aller Beleidigungen schuldig, die er mir in seiner Eigenschaft als Richter zur Last legt und erklärt, es sei der Beweis geliefert, dass ich eine Erzbetrügerin sei. Das Komitee der P. R. S. hat nicht gezögert, den niedrigen Inhalt des Urteils anzunehmen, das Mr. Hodgson verkündet und lasst zu, dass ich öffentlich beleidigt werde, indem es seine Meinung im Sinne der Beschlüsse seiner Agenten abgibt - eine Meinung, die gänzlich und allein auf dem Bericht seines einzigen Gesandten beruht.
Überall, wo man imstande ist, Prinzipien der Gerechtigkeit und gebührender Sorgfalt für den Ruf verleumdeter Personen zu begreifen, wird, glaube ich, das Benehmen des Komitees mit Gefühlen angesehen werden, die der tiefen Entrüstung gleichen, die ich fühle.
Mr. Hodgsons eingehende, aber missgeleitete Untersuchungen, seine angestrebte Genauigkeit, die unendliche Geduld bei Kleinigkeiten verschwendet und blind gegen Tatsachen von Wichtigkeit ist, seine widersprechenden Schlussfolgerungen und seine vielfache Unfähigkeit, solche Probleme zu behandeln, wie er sie zu lösen sich bemühte, werden ohne Zweifel, wenn die Zeit dafür gekommen ist, von ändern Schriftstellern vor der Öffentlichkeit enthüllt werden.
Viele Freunde, die mich besser kennen, als das Komitee der P. R. S., werden unbeeinflnsst bleiben durch die Ansichten jener Gesellschaft, und in ihre Hände muss ich mein so sehr beschimpftes Ansehen legen. Eine Stelle in diesem ungeheuerlichen Berichte aber muss ich auf jeden Fall in eigenem Namen beantworten.
Bei klarem Bewusstsein der leicht erkenntlichen Sinnwidrigkeit seiner eigenen Schlüsse über mich, so lange sie vollständig ungestützt blieben durch irgend eine Theorie des Beweggrundes, der meine lebenslängliche Hingabe an meine theosoplüsche Arbeit mit Aufopferung meiner mir durch die Geburt in der Gesellschaft meines Vaterlandes angewiesenen Stellung erklären konnte, ist Mr. Hodgson niedrig genug gewesen, die Annahme zu ersinnen,dass ich eine Agentin der rassischen Politik sei, die zum Schein eine religiöse Bewegung um das Ansehen der britischen Regierung in Indien untergraben:Indem er sich, um dieser Hypothese Färbung alten Abrisses mit meiner Handschrift, mit ünscheinlich MadameCoulomb versah, er indessen nicht wusste, dass er in der Tat ein Bruchstück einer alten Übersetzung war, die ich für den Pionier von russischen Reiseberichten ans Central-Asien machte, hat Mr. Hodgson diese Annahme über mich in dem Bericht bekannt gegeben, und die Herren der S. P. R. haben sich nicht gescheut, ihn zu veröffentlichen.
Wenn man bedenkt, dass ich vor beinahe acht Jahren das Heimatsrecht einer Bürgerin in den Vereinigten Staaten erwarb,wodurch ich jedes Anrecht auf meine jährlich 5000 Rubel betragende Pension verlor, die ich als die Witwe eines hohen russischen Beamten bezog, dass ich meine Stimme in Indien beständig gegen eingeborene Freunde erhob, um stets zu wiederholen, dass, wenn ich auch in mancher Hinsicht die englische Regierung dort nicht für gut hielte, - wegen ihres mit den Gefühlen der Bevölkerung nicht harmonisierenden Charakters - die russische doch noch tausendmal schlimmer sein würde; dass ich, bevor ich Amerika verliess,auf dem Wege nach Indien im Jahre 1879 an indische Freunde Briefe schrieb, die dies bekräftigen; dass jeder, der mit meinen Bestrebungen und Gewohnheiten, sowie mit meinem gänzlich unverhüllten Leben in Indien näher bekannt war, ganz genau weiss,dass ich nicht die geringste Neigung habe,mich für Politik irgend welcher Art zu erwärmen, sondern im Gegenteil eine sehr grosse Abneigung dagegen fühle, dass die Regierung in Indien, die in mir als einer Russin eine Spionin argwöhnte, als ich zuerst nach Indien kam, bald ihre resultatlose Spionage aufgab und seitdem meines Wissens nie wieder die geringste Neigung verspürt hat, mich zu verdächtigen - so wird die Theorie, mich für eine russische Spionin zu erklären, die Mr. Hodgson aus dem Grabe hervorgeholt und von neuem ins Leben gerufen hat, nachdem sie seit Jahren als lächerlich begraben war, höchstens dazu helfen, seine weitgehenden Schlüsse über mich noch dümmer erscheinen zu lassen, als sie es sonst in der Schätzung meiner Freunde und aller derer, die mich wirklich kennen, gewesen sein würde.
Aber da ich auf den Charakter einer Spionin mit der Verachtung herabsehe, die nur eine Russin fühlen kann, die eben keine ist, so werde ich unwiderstehlich dazu gedrängt, Mr. Hodgsons grundlose und schändliche Verleumdung zurückzuweisen und zwar mit der mich gänzlich erfüllenden Verachtung, die mir seine Methode in dem Vergehen seiner Untersuchung zu verdienen scheint, die das Komitee der Gesellschaft, in deren Auftrage er arbeitete, gleichfalls trifft. Dadurch, dass es seine Schmähungen in Bausch und Bogen annahm, hat es sich als eine Anzahl von Personen erwiesen, die noch weniger geeignet waren, die Mysterien eines psychischen Phänomens zu erforschen, als ich glauben sollte, dass man es heute nach all dem, was über den Gegenstand in den letzten Jahren geschrieben und veröffentlicht ist, von gebildeten Männern in . England erwarten könnte.
Mr. Hodgson weiss, und ohne Zweifel teilt das Komitee dieses Wissen, dass er vor einer gerichtlichen Klage meinerseits sicher ist, weil mir das Geld fehlt, um kostspielige Prozesse zu führen (da ich alles, was ich je besessen, der Sache geopfert habe, der ich diene) und auch weil meine Ehrenrettung und Verteidigung das Eindringen in psychische Mysterien begingen würde, die nicht gut vor einem Gerichtshof verhandelt werden können, schon deshalb, weil es dabei Fragen gibt, die niemals zu beantworten ich mich feierlich verpflichtet habe, aber die durch eine gerichtliche Untersuchung dieser Verleumdungen unvermeidlich preisgegeben werden müssten, während andererseits mein Schweigen und meine Weigerung, gewisse Fragen zu beantworten, fälschlich als"Missachtung des Gerichsthofes" gedeutet werden würde.
Diese Sachlage erklärt den schamlosen Angriff, der auf eine, fast jeder Verteidigung entbehrende Frau gemacht wurde, ebenso wie die Untätigkeit, zu der ich demselben gegenüber in so grausamer Weise verdammt bin."
14.Jan.1886.H. P. Blavatsky.


Es hätte ein kluges Verfahren hinsichtlich der Meister, der durch sie ausgeführten Phänomene und Ihrer Mitteilungen gegeben, zu dem sie sich indessen nicht verstehen konnte: den Versuch, das Okkulte vom Philosophischen zu scheiden und die Kritik und Feindseligkeit der unwissenden Welt zu vermeiden, indem dem Philosophischen auf Kosten des Okkulten eine höhere Stellung angewiesen wurde. Sie erklärte wiederholt, dass dies den Untergang der Gesellschaft herbeiführen würde. Sie war sich mit Bitterkeit der Ungerechtigkeit bewusst, mit der man sie behandelt hatte, sowie der Art und Weise, in der viele Theosophen bereit waren, sie dein Pöbel auszuliefern, während sie ihre Lehren benutzten und erklärten, die Theosophische Gesellschaft habe ihr eigenes Fundament und könnte auch dann weiter existieren, wenn man sie für eine Betrügerin hielte.
Indem sie dagegen Einspruch erhob, schrieb sie aus der Schweiz nach Adyar und erklärte, wenn sie auch bereit sei, ihr Leben und ihre Ehre um der Gesellschaft willen zu opfern, so würde es den Tod der Gesellschaft bedeuten, wenn man die Offenbarungen der Meister und Ihre Mitteilungen an Mitglieder als Betrug verloren geben würde. Sie erklärte sich vollständig einverstanden mit denen, die mir sagen, dass die T. G. ohne die Meister eine Sinnwidrigkeit ist; und dass ich nur ein Werkzeug für die Mitteilungen der Meister bin, die Ihre Weisheitslehren durch mich überliefern - die Gesellschaft ist eine tote Sache, wenn ich nicht wie früher für sie arbeite. Dass die Gesellschaft nur Lebenswert habe, als ein Zeugnis und ein Kanal für die Lehren der Meister, erklärte sie beständig, und nur, um als ein Instrument derselben Ihre Arbeit in der Welt auszuführen, lag ihr das Wohl derselben am Herzen.
Eines Tages wird die Welt wissen, was H. P. Blavatsky war; sie war von heldenhafter Gestaltung, und kleinere Seelen verübelten ihr instinktartig ihre Kraft, ihre titanische Natur. Ohne Rücksichtnahme auf das Herkömmliche, unbesorgt um den Schein, offen bis zur Unklugheit - d. h. was die Welt unter Klugheit versteht - zu ehrlich, um die Ehrlosigkeit anderer in Rechnung zu bringen, bot sie sich selbst als offene Zielscheibe für beständige Kritik und Missverständnisse an.
Bei der Fülle geistiger Kraft und ausserordentlicher Kenntnisse war sie so demütig wie ein kleines Kind. Bis zur Sorglosigkeit tapfer, war sie doch mitleidsvoll und zart. Aufs leidenschaftlichste entrüstet, als man ihr Vergehen vorwarf, die sie verabscheute, war sie doch grossmütig und vergab einem reuigen Feinde gern. Sie besass hundert herrliche Tugenden und nur wenige unbedeutende Fehler. Möge der Meister, dem sie mit unerschütterlichem Mute, mit wankelloser Ergebenheit diente, uns den „Bruder zurücksenden, den die Welt als H. P. B. kennt - von dem wir aber noch etwas anderes wissen".
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