Horten des Geldes ist ein Verbrechen; es wird allerdings
nicht als solches geahndet. Seit der wissenschaftlichen Erkenntnisse von
Silvio Gesell (1862-1930) steht jedoch fest, dass die Bankdepot in den
"Steueroasen", Schweiz inbegriffen, ein Verbrechen darstellen.
Dieser Satz oll im Folgenden erklärt werden.
Nehmen wir an, zunächst einfachheitshalber, wir würden in einer Gesellschaft mit 4 Menschen (oder Haushalten) leben. Diese arbeiten und produzieren Ware für den Lebensbedarf. Die Zahlung erfolgt in Euro. Die Geldmenge beträgt 8 Euro; jeder Bürger (oder Haushalt) verfügt über 2 Euro, um seine Lebensbedarf zu decken; (siehe das Diagramm G1 "Geldmenge").
Diese 2 Euro (oder DM) wurden irgendwann von der Notenbank (Bundesbank, Eurobank) jedem Bürger gegeben, um Einkäufe, Produktion von Waren zu tätigen (siehe den Artikel "20 Juni: Tag des Kopfgeldes" von Eckard Grimmel auf dieser Webseite.
Die Geldmenge im Umlauf ist nicht 8 Euro, sondern viel höher, denn die 8 Euro wechseln am Tag mehrmals den Besitzer. Die 8 Euro stellen das statische Geld dar, dynamisch aber wird das Geld erst wenn der Besitzerwechsel, sich sozusagen bewegt (wie in jedem dynamischen Vorgang auch). Wenn die 8 Euro ständig beim Besitzer bleiben, so käme kein Kauf, Verkauf zustande. Die Ware bliebe im Regal, die Löhne könnten nicht bezahlt werden, Alles bliebe still und ruhig, nichts bewegt sich, alles ist in Ruhe. Die dynamische Größe des Geldes wird also mit der Bewegung, sprich mit dem Kauf, Verkauf, Besitzerwechsel, gemessen. In unserer kleinen Gesellschaft wollen wir annehmen, dass der Besitzerwechsel, 3 Mal am Tag erfolgt; dies ist recht wenig, aber wir wollen mit kleinen Zahlen operieren. Die Umlaufgeschwindigkeit ist also = 3. Die statische Geldmenge ist=8; daraus ergibt sich eine umlaufende Geldmenge von 8x3=24 Euro.
Wir wollen weiter annehmen, dass im Lauf des Geschäftsjahres der Kaufmann A und B erfolgreich sind, C sich gerade über Wasser halten kann, und D verarmt oder Pleite geht.
Die Kaufleute A und B deponieren z.B. bei einer Schweizer-Bank den Verdienst, um Steuer zu sparen. Heute ist dies nicht ungewöhnlich. Die CH-Banken verwalten auf diese Art Milliarden von Euro, weltweit.
In unserer Gesellschaft bestehend aus 4 Haushalten, fehlen nach der Deponierung in einem CH-Bankschliessfach (Safe), plötzlich mehrere Euro. Die Folge davon ist, dass das Geld knapp wird. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verlangsamt sich, es gibt weniger Geld, welches den Besitzer wechselt, es werden demnach weniger Geschäfte getätigt, jeder sucht oder will Geld, dieses aber liegt in dem CH-Safe.
Die Verlangsamung des Umlaufs oder die Anzahl der getätigten Geschäftsvorfälle bleibt nicht unbemerkt. Im Gegenteil. Während vor der Deponierung die Geschäftsbanken 3 Mal Besitzerwechsel in den Kontoauszügen des Geschäftsmannes A bis D feststellen konnten, stellen jetzt, nach der Deponierung sie nur noch z.B. 2 Transaktionen, oder Buchungen, Käufe, Verkaufe, fest. Die Geschäftbanken stellen fest, dass die Transaktionen abgenommen haben, da Geld im Umlauf knapp geworden ist. Im schlimmsten Fall - wenn alles in dem CH-Safe deponiert wäre - hätten wir eine Gesellschaft ohne Geld vor uns. Wenn alle Haushalte (A bis D) ihr Geld deponieren würden, gäbe es kein Geld mehr im Umlauf. Die Folge davon wäre ein völliger Zusammenbruch der Wirtschaft (siehe das Diagramm G2 "Zusammenbruch der Wirtschaft").
Die Geschäftsbanken, welche den tägliche Umsatz ausrechnen, wissen täglich genau, ob die Wirtschaft die Tendenz hat, zusammenzubrechen oder aber zu floriert, sprich Umsätze getätigt werden. Die Tendenz muss der Notenbank gemeldet werden. Hierzu sind sie verpflichtet. Als Folge der Hortung des Geldes (Deponierung in dem CH-Safe) muss die Notenbank Geld drucken, sprich Neue Banknoten in Umlauf bringen. Wie? Durch Kredite. Geschäftsmann C möchte gerne etwas kaufen, investieren, findet aber in der Wirtschaft (abstrakter Raum in dem Geld und/oder Waren umgesetzt werden), kein Geld mehr, da dieses in dem CH-Safe liegt, er muss also zu seiner Bank gehen, um Geld zu betteln. Die Bank wird ihm - möglicherweise - das Geld, nur gegen Zins, geben. Die Sache mit dem Zins soll jetzt nicht besprochen werden; sie wird in einem separaten Artikel wieder aufgegriffen. Was uns hier interessiert ist die Tatsache, dass aufgrund der Hortung in dem CH-Safe, neue Banknoten im Umlauf gebracht wurde, obwohl die Ware nicht um ein Krümmelchen gewachsen ist.
Wird irgendwann das CH-Safe wieder geleert - partiell oder total, und aus welchen Gründe auch immer - dann taucht plötzlich wie aus dem nichts Geld auf; die Wirtschaft wird mit Geld versorgt, so dass ein Geldüberschuss entsteht. Zuviel Geld ruft aber Inflation hervor. Zur Zeit liegt die Inflation bei 3 bis 4 Prozent in Deutschland, in anderen Ländern sogar 10 bis 20 Prozent.
Aufgrund dieser ständigen inflationären Tendenz des Geldes, und de facto wirklich anhaltendem Wertschwund des Geldes verursacht die Hortung des Geldes einem künstlichen Auf und Ab der Verfügbarkeit des Geldes; es stört das Wirtschaftsgeschehen und zwingt das auf und ab der Zinsen. Zur Zeit wird dieses auf und ab des Geldes, aufgrund der Hortung und Wiederauftauchen aus dem CH-Safe, mit dem Auf und Ab der Zinsen, aufgefangen. Die Hortung des Geldes zieht Zinsen nach oben, das Entleeren des CH-Safe die Zinsen nach unten. Die Hortung zwingt die Haushalte sich Geld bei der Bank zu beschaffen, um Geschäfte tätigen zu können, da die Wirtschaft durch die Hortung gelähmt wurde; (siehe das Diagramm G3 "Versorgung der Wirtschaft mit Geld gegen Zins").
Erklärung des Diagramms:
Im ersten Schritt wird das Geld deponiert (Diagramm G2).
Die Wirtschaft muss zusammenbrechen. Die Kaufleute C und D müssen
gegen teuren Zins das Geld von der Bank leihen. Die Folge davon ist, dass
die herausgegebenen Geldmenge steigt. Die Inflation steigt prozentual im
Verhältnis Alte:Neue Geldmenge. Betrug die Alte Geldmenge=8 Euro,
und beträgt die Neue herausgegebene Menge 6 Euro, dann beträgt
das Verhältnis 8:100=6:x, x=6x100:8=75 Prozent. Es befinden sich 75
Prozent mehr Geld im Umlauf als normal. Das Geld ist in diesem Fall um
75 Prozent entwertet worden.
Im zweiten Schritt holen die Kaufleute C und D Geld von der Bank, gegen Zins, so dass durch den Kredit, eine nochmalige Inflation entsteht; wird Geld gegen 10 Prozent geliehen, dann befindet sich in 10 Jahren gerade das doppelt geliehene Geld im Umlauf. Die Entwertung würde dann - rechnerisch betrachtet - um 100 Prozent wachsen - wenn die ganze Geldmenge zu 10 Prozent ausgeliehen wird, was, in Wirklichkeit, nicht vorkommt, versteht sich.
Würde jeder Bürger von dem CH-Safe Gebrauch machen, dann hätten wir eine vollständige handicappierte Wirtschaft vor uns. Heute (2001) wird die handiccappierung der Wirtschaft durch das Auf und Ab des Zinses "reguliert" (So sagt man, in Wirklichkeit aber handelt es sich hier nicht um einer Regulierung, sondern um einer Erpressung). Die Regulierung der Umlaufmenge aufgrund der Hortung in dem CH-Safe durch den Zins ist ein Verbrechen, welches aber woanders besprochen werden soll.
Das Verbrechen der Hortung des Geldes ist mehrfach:
1. Sie verschafft Vorteile für nur einen Teil der
an der Wirtschaft Beteiligten, dem Deponierer oder Anleger oder Kapitalist
(A und B) auf Kosten Anderer (C und D), denn es sind C und D, die den Zins
zahlen müssen und zwar doppelt, für die Bank aufgrund des Kredits
und für die Anleger. Die Bank holt vom Kreditnehmer das Geld, welche
sie an den Anleger zahlt. Denn, wovon lebt die Bank eigentlich? Damit schafft
die Hortung Ungerechtigkeit.
2. Sie lähmt den Wirtschaftskreislauf, - Transaktionen, sorgen für Unruhe, Pleiten, Bankrott. Denn, wovon soll der Geschäftmann leben, wenn niemand kauft, weil kein Geld mehr da ist, dieses aber in dem CH-Safe liegt? Die Hortung verursacht Kriminalität, denn wenn der Kaufmann nicht verkaufen kann, dann kann er nur noch stehlen gehen, wenn er sich retten will.
3. Sie treibt den Kaufmann zur Bank, um Geld gegen Zins zu erhalten. Dadurch aber bringt sie die Wirtschaft in Ungleichgewicht, er selbst bringt sich im Gefahr den Zins nicht rückzahlen zu können. Die Statistiken zeigen, dass die Zwangsvollstreckungsvolumen der Banken bei weitem die, des gewöhnlichen Kaufmanns übersteigt. Dies ruht daher, weil die Last der Kreditnehmer, Zins und geliehenes Kapital nicht verkraften können. Die Hortung verursacht daher den Ruin der Kaufleute.
4. Sie schadet allen Wirtschaftsbeteiligten - Produzenten und Konsumenten - durch die ständige Entwertung des Geldes, und damit Entwertung der Arbeit, der Leistungskraft eines jeden Einzelnen
5. Vor allem die Armen, die keine "Sicherheiten" der Bank bieten können, können sich nicht am Kreislauf der Wirtschaft beteiligen; sie werden emarginiert, ausgegrenzt und müssen sich den Instanzen der Sozialämter ergehen lassen welche mit Demütigungen und Verlust der Würde des Menschen unausweichlich verbunden ist.
Damit wurde hier bewiesen - wie auch anderswo - z.B. in dem 3.Weg-Magazin, das die Hortung des Geldes, ein Verbrechen ist.