Kreditkarten und Buchgeld
- Der Weg zu Überwachungsstaat und perfekter Diktatur
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Immer häufiger kommt heute die Forderung nach elektronischem Geld, oder einer Kartenwährung. Dieses Zahlungsmittel wird dabei immer als besonders modern dargestellt. während die herkömmlichen Scheine und Münzen als altmodisch und unbequem verunglimpft werden Hier stellt sich die Frage. ob diese Annahme berechtigt ist und ob Kartengeld wirklich einen Fortschritt oder vielleicht doch eine Gefahr darstellt?
Geld und Geldforderung
Zuerst sollte einmal geklärt werden, was überhaupt
Geld ist. Am Anfang der Anlageformen steht das Bargeld. Bargeld ist gewissermassen
die Grundform der Geldanlagen, auf welche alle anderen aufbauen. Damit
ist Bares von vornherein die liquideste Anlageform mit dem schnellsten
Zugriff. Hier lohnt es sich, sich darüber klar zu werden, was der
entscheidende Unterschied zwischen Bargeld und damit aufgebauten Geldforderungen
darstellt. Den wenigsten Menschen ist der Unterschied zwischen Geld und
Geldforderungen bekannt Geld sind die Scheine und Münzen, gegen die
im Laden Waren gekauft werden können. Geldforderungen sind auf dem
Papier oder im Computer verbuchte Guthaben und werden deshalb auch Buchgeld
genannt. Unter Geldforderungen fallen demnach alle Anlageformen wie Anleihen,
Schuldverschreibungen, Sparbuch, Kreditkarten und auch das Girokonto. Geld
ist ein staatlich garantiertes Dokument, welches die Kaufkraft verbrieft
Geldforderungen sind Versprechen des Geldinhabers, dieses wieder zurückzuzahlen.
Wird dieses Versprechen gebrochen, so verliert die Geldforderung ihren
Wert. Eine Anleihe eines bankrotten Staates beispielsweise ist genauso
wertlos wie das Girokonto bei einer bankrotten Bank. Die für die Wirtschaft
entscheidende Grösse sind nicht die Zahlungsversprechen, sondern die
verbrieften Rechte. Wichtig ist, dass Geldforderungen zwar den Zahlungsverkehr
erleichtern, beispielsweise in dem Beträge überwiesen werden
können. statt umständlich transportiert zu werden. jedoch keinen
Einfluss auf den Preisstand und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung
haben. In einer empirischen Untersuchung der Gesamthochschule Siegen wurde
erkannt, dass nur das umlaufende Bargeldvolumen einen Einfluss auf die
Preisentwicklung hat, sich jedoch keine Korrelation zum Sichtguthaben finden
liess.
Bestandteile des Buchgeldes
Aus was bestehen überhaupt die Geldforderungen oder
das Buchgeld? Dieses scheinbare Geld besteht aus zwei Komponenten: Einmal
einem Guthaben und zum zweiten einem gleich grossen Kredit. Durch Einzahlungen
von Bargeld bei einer Bank und Weiter verleihen von diesem, entstehen gebuchte
Durchlaufposten. das Buchgeld. Der gleiche Geldschein kann nun, nachdem
die Bank die Banknote wieder verliehen hat. mehrmals im Geldkreislauf bei
einem Kreditinstitut gebucht werden, womit die Beträge des Buchgeldes
grösser werden. als das der Grundlage Bargeld. Wie gezeigt wurde,
lässt sich jedoch aus dem Anstieg des Buchgeldvolumens keineswegs
eine Korrelation zum Preisniveau, wie dies bei einer Vermehrung der umlaufenden
Bargeldmenge der Fall wäre, zeigen. Dies kann auch rein logisch erklärt
werden, da die Beträge von Buch-Guthaben und Buch-Krediten immer gleich
gross sind und gegeneinander aufgerechnet den Betrag 0 DM ergeben. Es besteht
also keinerlei Grösse, welche auf die Wirtschaftsentwicklung wirken
könnte. Der Fehler, der in diesem Zusammenhang oft gemacht wird, besteht
darin, dass allein die Bestände von Buchgeld und Barem verglichen
werden und daraus geschlussfolgert wird, dass Bargeld heute unwichtig sei
Vergessen wird jedoch. dass jedes Giralgeld immer eine Forderung auf Bargeld
darstellt und früher oder später wieder zu diesem wird. Auch
kann das eingezahlte und gebuchte Geld nur von einer Person benutzt werden,
entweder vom Einzahler oder von der Bank, oder vom Kreditnehmer, es findet
also keine Ausweitung der Kaufkraft statt (siehe Zitat Silvio Gesell).
Das Giralgeld ist kein besonderes Geld. Es ist gewöhnliches Bargeld, das den Banken zur Aufbewahrung übergeben wird, mit dem die Banken bis zur Abhebung Privatgeschäfte machen. Über dieses Geld können nicht die Depositäre und die Banken gleichzeitig verfügen, sondern nur nacheinander. Alle die Summen, die bargeldlos die Besitzer wechseln, lauten auf Bargeld. Sie wären sinn und inhaltlos, wenn nicht das bare Geld wäre, in das sie sich alle früh oder spät auflösen. Und so oft es der Gläubiger wünscht muss der Schuldner das Giralgeld in Bargeld umsetzen. Darum nimmt mit der Entwicklung des bargeldlosen Verkehr die Bedeutung des Bargeldes nicht etwa ab, im Gegenteil sie wächst mit dieser Entwicklung. Sie beweist, welche Wirkung es haben muss, wenn etwa der zum bargeldlosen Verkehr gehörige Kredit erschüttert wird wenn das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Banken ins Schwanken gerät, und nun all die gewaltigen Summen in Bargeld realisiert werden wollen. Es genügt dann, dass im weiten Deutschen Reich eine einzige Bank versagt, um den bargeldlosen Verkehr unsicher erscheinen zu lassen und um dann alle die bargeldlosen Geschäfte dem Bargeld aufzubürden.
Die Behauptung aus Bankenkreisen, über die Unwichtigkeit von Bargeld heute und des Einflusses von Giralgeld ermangelt nach wie vor jeder Beweisführung. Dabei hat der Geldreformer Silvio Gesell diese Frage bereits vor 70 Jahren ausreichend beantwortet. Viel wichtiger als die Frage. welche Bedeutung Buchgeld in der Wirtschaft spielt. liegt in der Auseinandersetzung mit den Risiken dieses Geldes. Dabei ist die Funktionssicherheit des Buchgeldes wesentlich kleiner als das von Barem.
Unsichere Funktion
Welche herausragende Bedeutung Bargeld hat, haben Sie
vielleicht schon erlebt, wenn Ihr Bankautomat, oder Ihre Geldauszahlung
am Schalter gesperrt waren. weil der Computer keine Verbindung zum Zentralrechner
hatte. Am 1 Dezember 1999 war das gesamte Zahlungssystem der Deutschen
Bank durch einen Computerfehler lahmgelegt. Dadurch konnten vorübergehend
35 Mrd. Euro an Verpflichtungen nicht erfüllt werden. Schnell hätten
sich, allein durch solch einen zufälligen Ausfall, Liquiditätsengpässe
mit Bankenpleiten entwickeln können. In solch einem Fall könnten
Sie weder Überweisungen vornehmen, noch über Ihr Vermögen
verfügen. Dann würde jedem der Unterschied zwischen echtem Geld
und daraus entstandenen Geldforderungen ins Auge springen.
Die Losung lautete wieder: "Nur Bares ist Wahres". Schon an dieser Stelle wird deutlich, dass die Geldforderungen immer ein Zahlungsmittel zweiter Klasse darstellen und erheblichen Risiken ausgesetzt sind, Alle Arten von Chipgeld, Netzgeld oder insgesamt Buchgeld sind immer mehr oder weniger fehleranfällig Was wäre, wenn plötzlich die Elektrizität ausfiele. oder ein Computervirus das Netz lahmlegen würde?
Dann müssen alle Zahlungen ausfallen. nur weil man sich auf ein angeblich "modernes" Zahlungsmittel verlassen hatte.
Wer garantiert überhaupt für die Sicher heit des bargeldlosen Verkehrs? Wie sehr wir uns mit dem ganzen Chipgeld, welches vom Funktionieren der Computer abhängt. in Abhängigkeit und Gefahr bringen und wie leicht sich hier unser ganzes Vermögen zerstören lässt, zeigte ein Beitrag des Terrorismusforschers Prof Laqueur. Er wies dabei auf die Risiken einer verkomplizierten Gesellschaft im Falle terroristischer Anschlage hin: Wenn es Terroristen gelänge, wichtige Zentralen oder Schaltstellen unserer sich immer komplizierter und vernetzter entwickelnden Computersysteme zu blockieren oder gar zu zerstören, dann könnten dadurch für Tage, Wochen oder schlimmstenfalls Monate das Leben unserer Gesellschaft völlig paralysiert werden". Er wies auch auf ein Gesetz in der Geschichte hin: "Leider gibt es in der Geschichte ein Gesetz, dass alles, was. sich am Horizont menschlichen Denkens als Möglichkeit herausbildet, eines Tages auch in die Praxis umgesetzt wird".
Dabei ist für die Zerstörung eines Landes nicht viel Aufwand nötig: "Was man braucht sind vier, fünf oder höchstens sechs Personen mit technischen Kenntnissen und etwas Kapital zur Anschaffung der entsprechenden Materialien und Geräte, und schon lässt sich Terror ganz ohne besonders ausgefeilte konspirative Strukturen organisieren."
In die gleiche Richtung deutet eine Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS), welche zum Ergebnis kam, dass die USA durch Zerstörung des Computernetzes (und damit der Zahlungsvorgänge) mit zehn exzellenten Hackern und zehn Millionen Dollar in die Knie gezwungen werden könnten? Anfang 2000 gab es einen umfassenden Hackerangriff auf das Internet. Zur künftigen Abwehr wurde die NASA beauftragt, was zeigt, wie ernst die Lage ist. Würde dieser Schlag noch umfassender geführt, könnte mit einem mal die ganze Weltwirtschaft zerstört werde. Es geht hier nicht um eine Abschaffung der praktischen Überweisung, sondern darum, die Gefahren der Bargeldabschaffung offenzulegen Verlust der Freiheit. Das Risiko besteht darin, dass alle Zahlungsvorgänge kontrolliert und überwacht werden können. Es kann jederzeit, auch im nachhinein. festgestellt werden. wer, wann, wo, was und für welchen Betrag gekauft hat. Damit lassen sich zutreffende Nutzerprofile erstellen, mit denen der einzelne genau kontrolliert werden kann. Auch besteht die Möglichkeit, das Konto systemkritischer Personen jederzeit zu sperren und so Druck auf die freie Meinungsäusserung auszuüben. Weltweit sind verstärkte Bestrebungen im Gange. das Bargeld durch bargeldlose Systeme zu ersetzen Besonders kritisch ist dabei die Verwendung von EC- und Kreditkarten für zahlungsvorgänge anzusehen, weil damit alle Kaufvorgänge zentral gespeichert werden. womit der Kunde einer totalen Überwachung unterliegt. Man setzt zuerst auf kräftige Werbung. um das angeblich ,.moderne Zahlungsmittel" im Volk beliebt zu machen. Mit Erfolg: Ende 1999 verfügte im Durchschnitt praktisch jeder Einwohner der Bundesrepublik über eine EC-Karte, oder eine Karte mit zahlungsmittelfunktion. Innerhalb eines Jahres wurden die Karten um 19% mehr benutzt. Eine weitere Anstrengung, um die Bürger von der Chipkarte zu über zeugen geht in Richtung Jugendschutz. Mit dem Vorwand. den zigarettenkauf von Jugendlichen einzuschränken, wollen die Mitglieder der Nichtraucherschutzinitiative im Bundestag die Zigarettenindustrie im Bundestag zwingen. ihre Automaten auf ein neues bargeldloses System umzustellen. Denkbar sei dabei die Einführung spezieller Chip Karten oder der Einsatz von Eurocheque- und Kreditkarten.
Kaum ein Bundesbürger scheint sich allerdings Gedanken darüber zu machen. welche Macht er den Banken mit der Verwendung von EC-. Chip- oder Kreditkarten einräumt. Der Bundesbeauftragte für Datenschutz. Joachim Jacob, wies bereits darauf hin, dass auch aufladbare Geldkarten die systematische Überwachung der Personen erlauben Der Benutzer lege Datenspuren über Zeit. Ort und ausgegebenen Betrag. Die Daten würden jahrelang gespeichert und auf Knopfdruck könnten von jedem Kartennutzer exakte Verhaltens- und Kaufprofile erstellt werden. Des weiteren wiesen die Datenschützer darauf hin, dass das bargeldlose Bezahlen mit Karte riskant ist. Wer zum Beispiel regelmässig in einer Edelboutique einkaufe oder in einer Luxusherberge übernachte, die von der Mafia als Geldwaschanlage benutzt werde, könne schnell als Verdächtiger im Polizeiapparat registriert werden.
Viele Zeitgenossen verfallen dabei der Annahme. dass wer nichts auf dem Kerbholz habe, sich nicht vor Überwachung fürchten müsse. Dies ist je doch ein gefährlicher Trugschluss: Wer definiert denn. was als staatsfeindlich gilt und was nicht? Es sind genau dieselben Personen, die auch das Überwachungsnetz betreiben. Was ist wenn die Lebensumständen so drückend geworden sind, dass ein Leben nicht mehr möglich ist und es dann Gesetze gibt, welche vorschreiben, dass jeder seinen letzten Besitz an den überschuldeten Staat abgeben muss? Dann ist jeder staatsfeindlich und damit kriminell, der den Anweisungen nicht nach- kommt, also nicht für die Bedienung der Schulden zu sterben bereit ist.
Wer sagt denn. dass der Begriff "Kriminalität" immer so gefasst sein wird wie heute? Vielleicht wird jeder einmal zur Zwangsarbeit verurteilt. um die Verzinsung der Schulden sicherzustellen, und Flucht ist dann nicht mehr möglich. Was wäre, wenn beispielsweise die Mafia durch ihren grossen Reichtum in die Macht des Überwachungsnetzes kommt und jeder "Schutzgeld" abzuführen hat?
Eine Erfahrung aus der Geschichte lehrt, dass alles was sich mssbrauchen auch irgendwann von irgend jemandem irgendwie Missbrauch werden wird. Ein Zurück gibt es dann nicht mehr, da diese Macht, die Herrschaft über jeden einzelnen Menschen zu je der Zeit an jedem Ort, eine absolute ist Es stimmt sehr bedenklich, dass der Gebrauch von Bargeld zunehmend eingeschränkt wird Frankreich führte beispielsweise, unter dem Vorwand die Geldwäsche zu bekämpfen, im Mai 2000 ein Gesetz ein, wonach Barzahlungen bei Geschäftsleuten nur noch bis 1500 DM und bei Privatleuten nur noch bis 6000 DM zulässig sein sollen. Die Entwicklung zum Überwachungsstaat, mit der Grundlage bargeldlose Währung, ist also sehr gefährlich und kann ganz schnell in einer perfekten Diktatur enden, gegen die kein Widerstand mehr möglich ist.
Bargeldlose Systeme sind abzulehnen
Eine wichtige Forderung an eine künftige stabile
Währung ist deshalb die Anonymität Bargeld stellt hier die bisher
einzig praktikable Form eines Geldes dar. welches einmal sicher funktioniert
und auch die Freiheit des einzelnen garantiert. Aus diesem Grund sind auch
alle scheinbar alternativen Zahlungssysteme abzulehnen, welche auf Buchgeld
basieren, wie beispielsweise das Münchengeld, das W.E.G des H.J.Klausner
oder das Währungsmodell des Herrn Lietaer. Man vertreibt hier möglicherweise
den Teufel Zinswirtschaft mit dem noch viel gefährlicheren Belzebub.
Überwachungsstaat Bargeldloser Zahlungsverkehr erleichtert zwar manches,
absolute Abschaffung von Barem ist jedoch sehr gefährlich. Möchten
Sie in einem Land leben, in dem Sie ständig kontrolliert werden und
in dem ihr Konto gesperrt wird, sobald Sie Ihr Recht auf freie Meinungsäusserung
wahrnehmen?
Daneben wäre dieses System so anfällig, dass
schon jede kleinere Unregelmässigkeit im Computernetz bereits die
gesamte Wirtschaft und ihr Vermögen gefährden würde. Wollen
Sie das, nur um eines angeblich " modernen Zahlungsmittels" willen?
Bargeld ist Freiheit - alleiniges Buchgeld bedeutet Unterdrückungsstaat
und Kontrolle!
(Aus 3.Weg August/September 2000)
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